Kohei Saito

Systemsturz

Der Sieg der Natur über den Kapitalismus
Cover: Systemsturz
dtv, München 2023
ISBN 9783423283694
Gebunden, 320 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Gregor Wakounig. Mit Marx in die Zukunft. Wenn wir glauben, die Welt durch nachhaltigen Konsum vor der Klimakatastrophe zu retten, betrügen wir uns selbst, sagt der japanische Philosoph Kohei Saito. Denn der Kapitalismus ist nicht zukunftsfähig. Klar und überzeugend vertritt Saito die These: Nichts, was die Welt jetzt braucht, lässt sich innerhalb eines kapitalistischen Systems realisieren. Grünes Wachstum ist unmöglich. Was wir stattdessen brauchen? Einen neuen Kommunismus. Genauer gesagt: einen Ökosozialismus, der nicht auf Wachstum ausgerichtet ist, der das Produktionstempo herunterfährt und Wohlstand umverteilt. Schon Marx plädierte für eine nachhaltige Wirtschaftsordnung. Und nur damit wird es uns gelingen, die Natur - unsere Lebensgrundlage - zu erhalten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2023

Rezensent Herfried Münkler liest das Buch des japanischen Philosophen Kohai Saito mit Interesse. Wie sich Saito mit Marx zu einer ökologisch-ökonomischen Wende hindenkt, die auf einen Systemsturz hinausläuft, findet Münkler prinzipiell spannend. Leider interpretiert sich der Autor dabei einen Marx zurecht, den es laut Münkler zufolge nie gegeben hat. Ein Aktualisierungsversuch der laut Münkler zur "Überinterpretation" wird, wenn sich Marx in dieser Sicht auf "frühere Wirtschaftsverfassungen" rückorientiert. So lässt sich die Natur leider nicht vor der wirtschaftlichen Ausbeutung retten, findet Münkler.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.08.2023

Rezensent Martin Tschechne findet es erfreulich respektlos, wie der japanische Autor Kohei Saito hier den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Klimakrise aufdeckt. Dazu zieht er einen alten Bekannten hinzu, nämlich Karl Marx, so der Kritiker, allerdings in ganz neuem Licht. Denn Saito machte bei seinen Recherchen eine spannende Entdeckung, verrät Tschechne: Im Archiv fand er unveröffentlichte Marx-Notate, die den gemeinschaftlichen Aspekt seiner Theorie belegen und nichts mit den historischen "Einparteien-Diktaturen" zu tun haben. Wie Saito außerdem das "Green-Washing" als kapitalistische Strategie und wirkungslose Symptom-Bekämpfung beschreibt, findet Tschechne erfrischend: Marx "als Kronzeuge der Grünen", das ist schon was, schließt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.08.2023

Rezensent Jens-Christian Rabe sucht und findet den Moment der Wahrheit in Kohei Saitos Bestseller-Manifest gegen den Kapitalismus auf Seite 275. Da hat der Autor in bester marxistischer Tradition die Kosten und Widersprüche des Systems entlarvt und festgestellt, das er es für nicht reformierbar hält. Wie genau der Wandel zum "Degrowth-Kommunismus" und zur Gebrauchswertwirtschaft vonstatten gehen soll, diese Information bleibt der Autor Rabe dann aber weitgehend schuldig. Dass Saito am Schluss bloß eine alte Studie der Politologin Erica Chenowth zitiert, ihre Idee von einer 3,5-prozentigen kritischen Masse übernimmt und zu Schulstreiks aufruft, findet Rabe unbefriedigend.

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