Enrico Mentana, Liliana Segre

Erinnern macht frei

Das unterbrochene Leben eines Mädchens in der Shoah
Cover: Erinnern macht frei
Neofelis, Berlin 2024
ISBN 9783958084513
Broschiert, 210 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Liliana Segre ist die wohl bekannteste Holocaust-Überlebende Italiens. Seit den 1990er Jahren spricht sie öffentlich über ihre Geschichte und hat so in Italien maßgeblich zur Auseinandersetzung mit der Verfolgung und Ermordung der italienischen Jüdinnen und Juden beigetragen. Seit 2018 ist sie Senatorin auf Lebenszeit und kämpft in dieser Funktion weiter gegen die Banalisierung des Holocaust, für das Aufrechterhalten der Erinnerung und gegen Hatespeech, Antisemitismus und Rassismus heute.In Erinnern macht frei erzählt Liliana Segre ihre Lebensgeschichte. Geboren 1930 wächst sie in einer laizistischen jüdischen Mailänder Familie mit dem Vater und ihren Großeltern auf. Durch die Einführung der Rassengesetze in Italien im Sommer 1938 verändert sich ihre Situation von einem Tag auf den anderen. Als die Familie bei einem Fluchtversuch von Schweizer Grenzern zurückgeschickt wird, wird sie verhaftet und schließlich nach Auschwitz deportiert. Lilianas Vater stirbt einige Wochen später im KZ Buna/Monowitz, während die 13-jährige Liliana in der Waffenfabrik der Weichsel-Union-Metallwerke Zwangsarbeit verrichten muss. Sie überlebt Auschwitz und den Todesmarsch, während sie viele Menschen sterben sehen muss. Erst viel später beginnt Liliana Segre, über diese Erinnerungen zu sprechen. Der bekannte italienische Journalist Enrico Mentana hat für dieses Buch lange Gespräche mit Liliana Segre geführt und ihre Erinnerungen zu Papier gebracht. In seiner Einleitung führt er in den historischen und gesellschaftlichen Hintergrund des faschistischen Italien ein. Ergänzt wird Liliana Segres Bericht zudem um einige ihrer Reden vor dem italienischen Senat.

Buch in der Debatte

9punkt 04.03.2025
Der italienische Journalist Enrico Mentana hat ein Gesprächsbuch mit der Holocaustüberlebenden Liliana Segre gemacht, das in Deutschland unter dem Titel "Erinnern macht frei " erschienen ist. Im Gespräch mit Ambros Waibel von der taz erzählt Mentana, dass sich Segre erst sehr spät entschloss, über ihre Erfahrungen zu sprechen - und übrigens auf Anraten eines Arztes, der ihr riet zu sprechen, um sich zu befreien. Unser Resümee

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