Herausgegeben von Susanne Fritz. Weitgehend unbekannt ist, dass Klaus Mann an der Entstehung von Roberto Rossellinis neorealistischem Filmklassiker "Paisà" (1946) sehr aktiv beteiligt war. Der Film schildert in sechs Episoden den Vormarsch der Alliierten und die Befreiung Italiens von Faschismus und deutscher Besatzung. Unter dem Titel "The Chaplain" ("Der Kaplan") schrieb Mann ein vollständiges Drehbuch für die vorletzte Episode, angesiedelt in der Nähe des Futa Passes im nördlichen Apennin, wo der Autor als Angehöriger der 5th Army im Winter 1944 /45 stationiert war. Sein tieftragischer Text über die Begegnung eines im Grunde pazifistischen amerikanischen Militärkaplans mit einem "buckligen" faschistischen Jugendlichen wurde nicht realisiert. Diktatur und Krieg prägten Leben und Werk des italienischen Regisseurs und des deutsch-amerikanischen Schriftstellers auf entscheidende, zugleich sehr unterschiedliche Weise. Klaus Manns letzter großer literarischer Text wird in diesem Band betrachtet durch ein Kaleidoskop unterschiedlicher künstlerischer und geisteswissenschaftlicher Disziplinen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2021
Rezensent Alexander Kosenina freut sich über diese "Fast-Erstausgabe" von Klaus Manns Szenen für Roberto Rosselinis Film "Paisa" nebst Überlieferungsgeschichte und kommentierenden Aufsätzen. Dass Rosselini Manns Beitrag nicht akzeptierte, versteht Kosenina nach der Lektüre besser. Manns 1944 als Feldwebel der "Psychological welfare Brach" aus eigener Anschauung gewonnene kritisch-differenzierte Sicht auf den Krieg in Italien passt mit Rosselinis Schwarzweißmalerei nicht zusammen, erkennt der Rezensent. Noch besser hätte ihm eine zweisprachige Ausgabe gefallen. Als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Film taugt das Buch gut, findet Kosenina.
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