Immanuel Kant, der bedeutendste Philosoph der Neuzeit, wurde vor 300 Jahren geboren. Aber sein revolutionäres Denken ist bis heute aktuell. Kant erklärt die Entstehung unseres Planetensystems, begründet eine neue Form von Metaphysik und formuliert den kategorischen Imperativ. Kant war Wegbereiter des Kosmopolitismus und der Idee der Menschenwürde. Sein Denken hat nicht nur die Philosophie und Wissenschaft, sondern auch das deutsche Grundgesetz und die Vereinten Nationen geprägt. In seinem Buch schildert Marcus Willaschek auf verständliche und anschauliche Weise die vielen Facetten von Kants Revolution des Denkens, die den aktiven Menschen in den Mittelpunkt der Welt stellt. Willascheks Buch verfolgt Kants Revolution des Denkens durch sein gesamtes Werk hindurch. Zugleich wird die aktuelle Relevanz - und gelegentlich auch die Problematik - seines revolutionären Denkens deutlich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2023
"Es muss auf Kant zurückgegangen werden", ruft der Autor des Buchs laut Rezensent Jürgen Goldstein (der Philosophieprofessor in Koblenz ist). Und dieser stimmt zu. Der erodierende Universalismus, so Goldstein, verdient es, mit Kant gepimpt zu werden. Und dabei kann das vorliegende Buch, so scheint es, hervorragende Hilfestellung bieten. Denn Willaschek versucht laut Kritiker gar nicht erst, mit der maßgeblichen Biografie von Manfred Kühn (2003) zu konkurrieren, sondern er gliedert sein Buch nach Sachthemen, und es zeigt sich: Auf vielen Feldern hat Kant kopernikanische Wenden des Denkens bewirkt und vieles bis heute Gültiges formuliert, etwa, was Menschenwürde, aber auch was die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis angeht. Das Buch wendet sich an interessierte Laien und wird dennoch auch für Experten nützlich sein, verspricht Goldstein. Es spart sich den größten, aber auch nur mit Präzisionsbesteck zu genießenden Leckerbissen - die "Kritik der reinen Vernunft" - bis zum Schluss. Und so bleibt es von Anfang bis Ende von kleinen Kritikpunkten abgesehen nahrhaft und spannend für den Rezensenten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.09.2023
Rundum begeistert ist Rezensent Michael Hesse von Marcus Willascheks Kant-Biografie. In klarer, eingängiger Sprache führt der schon lange als Kant-Experte bekannte Autor in Leben und Werk des Philosophen ein, so Hesse. Besonders, dass der Mensch Kant nicht zu kurz kommt, freut den Rezensenten. So räumt das Buch unter anderem mit dem Vorurteil auf, lernen wir, dass der aus einfachen Verhältnissen stammende Kant sich zeitlebens einer strikten Selbstdisziplin unterworfen habe. In jungen Jahren war Kant ganz im Gegenteil ein Draufgänger und begeisterter Pokerspieler, erfährt der erstaunte Hesse. Anschließend führt der Rezensent entlang des besprochenen Buches aus, wie Kant dank der Schriften Jean-Jacques Rousseaus in späteren Lebensjahrzehnten sein eigenes Denken entwickelt und damit die Philosophie revolutioniert. Willaschek beschäftigt sich jedoch nicht nur mit diesen Gedankengebäuden, schließt der Rezensent, sondern lässt auch problematische Aspekte des Denkers, etwa rassistische Passagen und Frauenfeindlichkeit, nicht unter den Tisch fallen. Für den Kritiker ist der Band eine perfekte Vorbereitung auf das Kant-Jahr 2024.
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