Wenn es um Politik geht, dann gibt es eine grundlegende Regel: Diskussionen sollen möglichst sachlich und rational geführt werden und jegliche Emotionalität ist fehl am Platz. Die Neurowissenschaftlerin und Bestsellerautorin Maren Urner zeigt in ihrem neuen Buch, warum diese Abwertung von Gefühlen ein grundlegender Fehler ist und wir die Trennung von Emotionen und Verstand überwinden müssen, um als Gesellschaft zukunftsfähig zu sein. Auf wissenschaftlich gesicherter Basis macht Urner deutlich, dass wir als Menschen nur in der Anerkennung unserer radikalen Emotionalität als Individuen gut leben und als Spezies überleben können. So zeigt sie nicht zuletzt einen Weg auf, wie Gefühle politische Debatten und gesellschaftliche Diskurse bereichern können.
Rezensent Michael Meyer erfährt in dem Buch der Kognitionswissenschaftlerin Maren Urner, inwiefern sich Verstand und Emotionen politisch produktiv verbinden lassen. Meyer lobt die verständliche Sprache, mit der Urner dem Leser vermittelt, wie politische Entscheidungsprozesse sich mit Emotionen bereichern bzw. beschleunigen lassen. Wenn Urner auf Ehrlichkeit und eine positive Erzählung setzt, erinnert Meyer allerdings daran, dass die Medien oft Negativität belohnen. Wie sich diese Hürde und auch das "Wir-Gefühl" finsterer populistischer Absichten überwinden lässt, dazu hätte Meyer im Buch gern mehr gelesen.
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