Wie der Kriegsausbruch 1914 war auch das Kriegsende 1918 ein Schlüsselereignis des 20. Jahrhunderts. Der Zusammenbruch der vier größten Reiche Europas führte zur folgenreichen Neuordnung des Kontinents im Versailler Friedensvertrag von 1919. In ihrem Buch schildert die Historikerin Margaret MacMillan das Geschehen rund um die Vertragsverhandlungen: die Differenzen der Siegermächte, die Rachegelüste der Franzosen, die Annexionswünsche der Engländer, die missachteten Erwartungen der Kolonialvölker, die demütigende Behandlung der Deutschen, das Geschacher um den Nachlass der Verlierer, schließlich der 'Diktatfrieden', der Deutschland die Alleinschuld am Kriegsausbruch aufbürdete. MacMillan würdigt das Bemühen der Sieger um eine dauerhafte Friedensordnung, zeigt aber auch deutlich, wie sehr die schließlich in den Zweiten Weltkrieg mündenden Konflikte bereits im Versailler Friedensschluss angelegt waren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2015
Ebenso interessiert wie beklommen hat Rezensent Gustav Seibt Margaret MacMillans neues Buch "Der Friedensmacher" gelesen. Die kanadische Historikerin und Urenkelin von Lloyd George erzählt sorgfältig und mit geradezu "aristokratischer Ironie" von den Versailler Friedensberatungen im Frühjahr 1919, berichtet der Kritiker, der trotz der bisweilen düsteren Fakten gelegentlich schmunzeln muss. Vor allem aber würdigt Seibt die Aktualität von MacMillans Beschreibung der zeitnahen Vorgeschichte unserer Gegenwart: Interessiert liest er etwa im Kapitel über den Nahen Osten nach, wie die damaligen Grenzziehungen auch heute die Kurdenfrage oder das Palästina-Problem beeinflussen oder weshalb Ungarn bis heute traumatisiert geblieben ist. Nicht zuletzt lobt der Rezensent die Warmherzigkeit und Fairness dieses äußerst lehrreichen Buches.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2015
Ignaz Miller freut sich schon jetzt auf die zweite Auflage des Buches der Historikerin Margaret MacMillan. Dann könnten auch die Übersetzungs- und Sachfehler, die Miller entdeckt hat, beseitigt werden. Dass der Band 15 Jahre nach der englischen Originalausgabe überhaupt bei uns erscheint, hält der Rezensent allerdings für ein kleines Wunder. Die Verspätung erklärt er sich mit dem "Reizthema" Versailler Vertrag und damit, dass die Autorin in ihrer Studie zu den Schluss kommt, Deutschland sei damals mitnichten von einem "Rachefrieden" niedergedrückt worden. Wie MacMillan dem Rezensenten zeigen kann, war die Friedenskonferenz durchaus ein Erfolg, der sich auf die intensiven Bemühungen der beteiligten Staatsmänner zurückführen lässt.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…