Matthias Erzberger ist einer der Gründerväter der Weimarer Republik, er hat mit seiner Unterschrift unter den Waffenstillstandsvertrag den Ersten Weltkrieg beendet und danach für die Annahme des Versailler Vertrags gekämpft. Sein Einsatz für den Frieden trug ihm jede Menge Hass ein. Im Spätsommer 1921 wurde er während eines Urlaubsspaziergangs von zwei Rechtsradikalen ermordet. Während Hunderttausende Menschen in ganz Deutschland gegen den Mord demonstrierten, den sie als schweren Angriff auf die junge Republik sahen, nahmen ihn viele andere mit unverhohlener Freude auf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2021
Rezensent Rudolf Walther macht nicht viele Worte über Benjamin Dürrs Biografie über den Weimarer Zentrumspolitiker Matthias Erzberger. Dürr bildet die Ambivalenzen, Widersprüche und den Opportunismus des Mannes gut ab, erklärt er. Wie sich Erzbergers Opportunismus gestaltete, gibt Walther indessen brav wieder. Erzbergers Weg vom Nationalisten über den Kritiker deutscher Kolonialpolitik bis zum Pazifisten kann der Politikwissenschaftler Dürr dem Rezensenten "schnörkellos" darlegen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.06.2021
Rezensentin Nana Brink lernt den Zentrumspolitiker der Weimarer Republik, Matthias Erzberger, als Unbeugsamen kennen in Benjamin Dürrs Biografie. Das Buch findet sie faktenreich und pointiert, leicht geschrieben zudem. Wie sich Erzberger zum Berufspolitiker hocharbeitete, als Kritiker der Kolonialpolitik, Kriegsgegner und Steuerreformer zum Hassobjekt der Rechtsnationalen und schließlich von ihnen ermordet wird, vermittelt Dürr umfassend und auf lesenswerte Weise, so die Rezensentin.
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