Mit einer CD. Ilse Aichingers Antworten unterminieren jede Frage und treffen zielsicher das Unerwartete. Das hält sie im Gespräch nicht anders als beim Schreiben. Die Interviews aus 50 Jahren zeugen von Aichingers unaufhörlicher Auseinandersetzung mit den Bedingungen von Sprache und Existenz, mit der Geschichte ihrer Familie, mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen - gerade auch in den 80er und 90er Jahren, wo sie kaum schrieb. Ein Fremd- und Selbstkommentar zum Werdegang dieser singulären Autorin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2011
Rezensentin Anja Hirsch gibt Tipps für das Hören und Lesen der unermüdlichen Wortwerkerin Ilse Aichinger. Hirsch berichtet über Leben und Werk der 90-jährigen Autorin, die nicht jedem Leser mehr geläufig sein dürfte. Abhilfe schafft laut Hirsch diese Ausgabe mit Interviews aus den Jahren 1952-2005, Entwicklungsroman und Werkkommentar in einem, wie sie schreibt, zu hören und zu lesen zugleich und damit besonders charmant, wie die Rezensentin findet. Da man eben 1960 noch anders interviewte als heute, sachlich und trocken, lange Pausen inklusive, so dass Hirsch die Denkbewegung förmlich zu erlauschen vermag.
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