In Hilde Domins Nachlass finden sich weit über tausend Briefe, die sie mit ihrem Mann gewechselt hat: leidenschaftliche Liebesbotschaften ebenso wie anrührende Zeugnisse der Heimatlosigkeit und der Verlassenheit. 1933 wird Italien, der ersehnte Süden, zum ersten Exil. Bis Hitlers Rassegesetze auch hier wirksam werden. Die unfreiwillige Reise des jungen Paares führt beide 1939 zunächst nach England und dann in die Karibik, nach Santo Domingo. Dort richten sie sich ein, gerettet und gefangen zugleich, bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1954.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2009
Die aus den Beständen des Marbacher Literaturarchivs veröffentlichten Briefe Hilde Domins an ihren Ehemann Erwin Walter Palm zeigen Manfred Koch, wie vielschichtig der traumatische Komplex am Anfang von Domins Dichterinnenkarriere sich tatsächlich gestaltete. Nicht nur der Tod der Mutter, auch Domins Fehlgeburt, über die Koch in den "furiosen" Briefen erfährt, und die selbstlose Aufopferung für den "egomanen Gatten" im dominikanischen Exil erkennt Koch jetzt als "Movens ihres Schreibens".
Mit großen Interesse hat Rezensentin Ulla Hahn diesen "gut kommentierten" Briefwechsel Hilde Domins mit ihrem Mann Erwin Walter Palm gelesen, der ihr auch die Entwicklung einer Tochter aus gutem Hause und einer "tüchtigen Ehefrau" zur Dichterin nachvollziehbar machte. Denn diese Briefe aus dem Exil machen der Rezensentin deutlich, dass das Schreiben eine Flucht in die Muttersprache vor Ehekrisen, Gefühlen von Heimatlosigkeit im Exil gewesen sei. Der Briefwechsel reicht, wenn man die Rezensentin richtig versteht, von einem Studienaufenthalt des Jahres 1932 in Rom, der im Folgejahr zum Exil wird, über eine Flucht über England bis nach Santo Domingo in der Dominikanischen Republik, wo aus Hilde Palm dann die Dichterin Hilde Domin geworden sei.
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