Maria Bettetini

Eine kleine Geschichte der Lüge

Von Odysseus bis Pinocchio
Cover: Eine kleine Geschichte der Lüge
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783803124616
Kartoniert, 141 Seiten, 10,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Klaus Ruch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2003

Wolfgang Schneider lobt das Buch von Maria Bettetini als "anregendes und kenntnisreiches Werk zu einem ergiebigen Thema". Die "kleine Geschichte der Lüge" werde umfassend abgehandelt, von Platons "Kunst des Lügens" über die durchaus lügenfreundliche Renaissance bis hin zum menschenfreundlichen Schwindeln in der Medizin und heutigen Formen des Lügenbegriffs. Schneider findet bei all dem Historischen aber schade, dass das Kapitel "Lügen, die Geschichte gemacht, und Wahrheiten, die getrogen haben" bis auf Hitlers Strategie der "Wahrheit als Mittel zur Verschleierung ihrer selbst" ein wenig kurz geraten ist. Außerdem kämen manche heute alltäglichen Formen der Lüge wie z.B. die "akzeptierte Lüge in der Werbung" nicht vor, mokiert der Rezensent. Zudem leide der Lesegenuss ein wenig durch die teilweise holprige Übersetzung, die die Bemühungen der Autorin Bettetini um "stilistische Leichtfüßigkeit" konterkariere.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2003

Maria Bettetinis "kleine Geschichte der Lüge" hat Rezensent Michael Mayer allemal überzeugt. "Die Lüge hat immer schon geblüht", zitiert er die Professorin für mittelalterliche Philosophie in Venedig, die im Rückgriff auf Zeugnisse von Philosophen, Geschichtsschreibern, Dichtern und Psychologen und nicht zuletzt von Lügnern ein "Synchron-Porträt" der Lüge skizziert. Auf die "verbotene Lüge" als soziale Gewalt und Beleidigung Gottes und das "Lob der Lüge", das schon die griechischen Götter sangen, geht Bettetini dabei ebenso ein wie auf "Lügen, die Geschichte gemacht", und "Wahrheiten, die getrogen haben", berichtet Mayer, der sich insbesondere über den flüssigen Stil und den ebenso verbindlichen wie klaren Ton der Philosophin freut. Im Hintergrund sieht Mayer bei Bettetini eine "These von geradezu nietzscheanischer Brisanz" am Werk: die These von der Unmöglichkeit eines menschliches Dasein ohne Lüge, von der Unabdingbarkeit eines Moments des Fiktionalen. Darüber hätte Mayer gern etwas mehr gelesen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.03.2003

Ein "lustvoller Schwindel" hat Eugenie Bott bei der Lektüre von Maria Bettetinis "kleiner Geschichte der Lüge" erfasst. Das scheint auf ihre Besprechung des Buches abgefärbt zu haben. Dort mäandert Bott nämlich selbst ganz schön schwindelerregend herum. Zumindest erfährt man, dass Bettetini, Professorin für Mittelalterliche Philosophie an der Universität Venedig, uns, die Leser, in einen Irrgarten von antiken philosophischen, märcheneigenen, moralisch-theoretischen und literarisch-geübten Definitionen der Lüge führt, "die uns um und um drehend bei lustvollstem Lesevergnügen schlussendlich wieder zum Fazit führen: 'Deine Rede sei Ja, Ja und Nein, Nein.'"
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