Maria Publig

Richard Strauss

Bürger - Künstler - Rebell. Eine historische Annäherung
Cover: Richard Strauss
Styria Verlag, Graz 1999
ISBN 9783222127236
gebunden, 296 Seiten, 25,46 EUR

Klappentext

Leben und Werk des Komponisten im Kontext der historischen Begebenheiten seiner Zeit: Durch bislang nicht zugängliches NS-Material geht die Autorin auf Strauss` Funktion als Präsident der Reichsmusikkammer (1933-35) ein, wobei auch die persönlichen Beweggründe für die Übernahme dieses Amtes nicht außer acht gelassen werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999

In einer Sammelrezension bespricht Michael Gassmann folgende sieben Bücher über Richard Strauss:
1) Maria Publig: "Richard Strauss, Bürger, Künstler, Rebell" (Verlag Styria)
Publig, so Gassmann, verzichte völlig auf musikalische Erörterungen. Ihre Art, Strauss über einen zeithistorischen Bezug anzunähern verführe die Autorin zum Teil zu "grotesken Erklärungen".
2) Hanspeter Krellmann (Hg.): "Wer war Richard Strauss?" (Insel Verlag)
In den 19 Essays des von Hanspeter Krellmann herausgegebenen Bandes findet Gassmann "ein intellektuelles Vergnügen ersten Ranges", allerdings nicht so sehr bei den Texten der Musikwissenschaftler, die Strauss` Musik immer nur an der Elle der Begriffe Theodor W. Adornos mäßen, sondern eher bei den Dramaturgen oder Autoren wie Friedrich Dieckmann, der nachweise, dass Strauss mit der Ästhetik der Nazis sehr wenig gemein habe.
3) Christoph Wagner-Trenkwitz: "Durch die Hand der Schönheit, Richard Strauss in Wien"
Bei Wagner-Trenkwitz lobt Gassmann die sachliche und informationsreiche Art der Darstellung. Wer sich für das Thema interessiert, der finde hier "Handbuchqualitäten" und "umfängliche Statistiken".
4) Matthew Boyden: "Richard Strauss, die Biografie" (Europa Verlag)
Boydens Biografie stehe in der angelsächsischen Tradition und sei somit farben- und informationsreich erzählt. Boyden sei allerdings "ein Spezialist fürs Ungefähre", seine Ausführungen zu Nietzsche oder dem Faschismus oder anderen weltanschaulichen Themen findet Gassmann schwer verdaulich. Man merke im übrigen, mit welcher Eile das Buch geschrieben sei. Boyden gehe aber immerhin auch auf das Thema "Strauss im Nationalsozialismus" ein.
5) Kurt Wilhelm: "Richard Strauss persönlich" (Henschel Verlag)
Diese Strauss-Darstellung findet Gassmann dann doch etwas geschönt, aber immerhin opulent bebildert, ein rechtes Souvenir. Man müsse verstehen: Es handele sich um das Buch eines mit der Familie Befreundeten.
6) Marianne Reisiger: "Und die Schokolade nehmen wir im blauen Salon" (Mary Hahn Verlag)
Zu Maria Reissigers Kochbuch "Und die Schokolade..." fällt Gassmann nicht viel Gutes ein. Die Rezepte zu Sacher-Torte und anderen Speisen seien etwa so schwer wie Strauss` Partituren. Bei keinem anderen Komponisten komme man im übrigen auf so eine Idee. Könne man sich etwa ein Buch unter dem Titel "Backen mit Boulez" vorstellen?
7) Franz Trenner: "Richard Strauss, Werkverzeichnis".
An Trenners Werkverzeichnis lobt Gassmann die Handlichkeit und die Incipits vor den Werknummern.
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