Maria Tumarkin

Gewissheiten

Cover: Gewissheiten
Hanser Berlin, Berlin 2021
ISBN 9783446271111
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Claudia Voit. Neun Jahre ist Maria Tumarkin unterwegs, als Kulturkritikerin und Historikerin, vor allem als begnadete Zuhörerin. Sie spricht mit Familien, die mit den Folgen des Suizids ihrer Kinder leben müssen, mit einer Anwältin, die das Erbe kolonialer Macht im Justizsystem bekämpft, mit einer Großmutter, die gezwungen war, ihren Enkel zu entführen. Maria Tumarkin schreibt über das Jetzt und das Damals, darüber, wie unsere Vergangenheit, die eigene und die der Gesellschaft, unsere Gegenwart formt. Einfühlsam, furchtlos und mit überraschender Leichtigkeit führt sie uns an die dunkelsten Orte der Geschichte: in schwarz verhängte Klassenzimmer, Gefängnisse und Flüchtlingslager, mitten in uns selbst hinein.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.12.2021

Rezensent Joachim Hildebrandt kommt den Menschen, von denen Maria Tumarkin erzählt, "zum Greifen nah" und fühlt sich selbst umso mehr von ihren Geschichten ergriffen. Es sind traurige, teils erschreckende Geschichten über Suizid bei Jugendlichen zum Beispiel oder über die Erfahrungen einer Holocaust-Überlebenden und deren Folgen - reale Geschichten, die gerade durch ihre sprachliche Schlichtheit und Direktheit eine besondere Prägnanz gewinnen und für die sie fast ein ganzes Jahrzehnt lang recherchiert, mit Hinterbliebenen, Traumatisierten, Überlebenden und Geflüchteten gesprochen hat. Doch bei aller Bedrücktheit wohnt ihnen allen auch eine "gewisse Leichtigkeit" inne, lesen wir. Es ist eben nicht nur ein Buch über den Umgang mit Leid, Verlust und Trauma, das die australische Kulturhistorikerin hier geschrieben hat, sondern auch ein Buch über die Hoffnung, so der berührte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.10.2021

Mit ihren Essays über die Katastrophen im Leben ganz normaler Menschen entlockt Maria Tumarkin dem Rezensenten Thomas Steinfeld aufrichtige Bewunderung. Denn auch wenn sich die australische Autorin mit ukrainischen Wurzeln mit außergewöhnlichen Schicksalen befasst, betont Steinfeld, so setzt sie doch nie aufs Melodram oder auf schaurigen Schrecken. Dabei sei ihr auch jede Coolness fremd, hinter der sich Besserwisserei verbergen könnte. Nein, meint Steinfeld: Jeder kalkulierten Emotionalisierung setzt Tumarkin "Zurückhaltung und Umsicht" entgegen, Zweifel und Ehrlichkeit sowie eine feingeschliffene Sprache, deren Kunstfertigkeit sich nicht in den Vordergrund drängt.

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