Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN
9783751821131 Einband unbekannt, 142 Seiten, 18,00
EUR
Klappentext
Faschismus ist in aller Munde. Faschisten sind allerdings immer nur die anderen: Selbst die autoritärsten Regierungen behaupten, sie würden den Faschismus bekämpfen. Doch was genau ist Faschismus? Womit fängt er? Etwa mit Regierungen, die selbst die Unsicherheit erzeugen, die sie dann mit autoritären Maßnahmen bekämpfen? Oder mit einem allgegenwärtigen Gefühl der Bedrohung? Viele sehnen sich in eine Welt zurück, in der es klare Grenzen und Rollen gab. Andere fordern eine Welt, in der alle Gefahr durch korrektes Sprechen und richtiges Konsumieren gebannt wird. Dabei lässt sich Egozentrik kaum noch von echten Anliegen unterscheiden und die Wirkung erscheint wichtiger als die Wahrheit. Mark Terkessidis fragt nach den Voraussetzungen für Faschismus. Er zeigt, wie die Aufbrüche der 1960er-Jahre in halbherzigen Reformen steckengeblieben sind und warum die Reaktion in radikaler Nostalgie besteht. Er beschreibt ein neues politisches Kontinuum, in dem die gefährdete Gemeinschaft im Mittelpunkt steht - auch bei den sogenannten progressiven Kräften.
Mark Terkessidis kann Rezensent Nils Schniederjann mit seinem Essay zu faschistischen Denkmustern teilweise überzeugen. Der Autor warnt darin vor einem "Verlust von Sinn und Begriff" als einer Voraussetzung des Faschismus, und er bezieht diese Diagnose bemerkenswerterweise nicht nur auf die Rechte, sondern auch auf die politische Mitte und die Linke, erklärt Schniederjann. Glücklicherweise bleibe er dabei aber angemessen differenziert und konzentriere sich nicht auf die Inhalte der politischen Lager, sondern lediglich auf einen sich ausbreitenden "Modus des Denkens", der sich aus einer "Haltung der gefährdeten Gemeinschaft" (Terkessidis) speise und auf Denunziation der Anderen hinauslaufe. Das findet der Kritiker soweit sinnvoll und anregend, bekommt dann aber Probleme: etwa, wenn Terkessidis, selbst dem linken Spektrum nahe, einzelne "innerlinke Kämpfe" zu sehr "aufbläst" (zum Beispiel die Abolitionismus-Debatte), und wenn er selbst eher abgedroschene "sinnreduzierte" Sätze liefert. Trotzdem lobt Schniederjann abschließend den "anregenden" Ansatz des Autors.
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