Aus dem amerikanischen Englisch von Andreas Leopold. Der Mensch, geknechtet von seiner gewalttätigen Natur, muss sich einem permanenten Regime der Kultur unterziehen, um nicht in anarchischen Zuständen zu ersticken. Marshall Sahlins stellt diese Gewissheit in Frage und kommt zu der Einsicht, dass dem Nachdenken über die Natur des Menschen von Beginn an ein fundamentales Missverständnis zugrunde liegt.
Rezensent Moritz Scheper schätzt den amerikanischen Anthropologen Marschall Sahlins für seine provokanten Thesen und den Mut, immer wieder die eigenen Fachgrenzen zu verlassen. Entsprechend erfreut ist der Kritiker über diesen nun auf Deutsch erschienenen Essay, in dem Sahlins den Gegensatz von Natur und Kultur und die damit verknüpfte "wesenhafte Schlechtigkeit" des Menschen in den Blick nimmt und in Rückgriff auf Autoren wie Thomas von Aquin, Hobbes, Freud und vielen anderen zu sezieren versucht. Sahlins belässt es aber keineswegs bei einem philosophischen Streifzug vom Hellenismus bis in die Gegenwart, sondern er begibt sich auch auf die Felder der Kosmologie, Physiologie und Biologie, fährt der Rezensent fort, der mit großem Interesse liest, wie Sahlins die naturgegebene Boshaftigkeit des Menschen als westliche Idee entlarvt. Dass der Autor bisweilen mehr auf Polemik als auf schlüssige Argumentation setzt, geht für Scheper in Ordnung.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…