Mit ca. 150 Fotos und Dokumenten. An der Nord-West-Küste der Insel Rügen liegt eine Landzunge, die bis vor kurzem kein Zivilist betreten durfte. Der Bug war fast 80 Jahre lang militärisches Sperrgebiet. Die kaiserliche Flotte errichtete hier im Ersten Weltkrieg einen Stützpunkt für ihre Marineflieger. Die Nazis nutzten den abgelegenen Landstrich für die geheime Luftrüstung. Nach der Demontage der Anlagen durch die Sowjetunion stationierte die Nationale Volksarmee einen Flottenverband, der sich im Kalten Krieg auch häufig Auge in Auge im "Feindkontakt" mit Schiffen der Bundesmarine befand. Nun ist die militärische Nutzung endgültig vorbei: Ein Erholungsgebiet wird entstehen. Der Autor lüftet das Geheimnis, das die Landzunge bis heute umgibt. Zeitzeugen berichten von ihren Erlebnissen. Einzigartige Dokumente lassen das Alltagsleben an diesem geheimen Ort über die Jahrzehnte nacherlebbar werden.
Etwas mehr Distanz zum Thema hätte sich Rezensent Tobias Gohlis schon bei der Darstellung des bis heute militärischen Sperrgebietes Bug auf Rügen gewünscht. Der Autor geht zwar mit der "Liebe des Heimatkundlers" an sein Werk, so Gohlis, überschüttet aber den Leser mit Bildern und Geschichten "aus allen Gedächtniswinkeln seiner Zeitzeugen". Dennoch gewinnt der Rezensent der stilistischen "Unbeholfenheit" des Autors, der stets bemüht sei zwischen "vollständigem Faktenreport" und "korrekter historischer Einordnung" zu vermitteln, Positives ab: darin spiegle sich die "bizarre" Geschichte dieses "isolierten" Ortes. Bei einem solchen, die Inhalt/Form-Problematik der Literatur aufgreifenden Urteil können wir nur hoffen, dass der Rezensent nicht die literarischen Fähigkeiten des Autors unterschätzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2000
Ein Geschichtsbuch, dessen verborgene Geschichte der Verlag durch das Titelfoto nach Bernd Heimberger sinnfällig ins Auge rückt: "Rügens geheime Landzunge" als militärisches "Hakenkreuzland". Es geht um die Halbinsel Bug, östlich von Hiddensee, die acht Jahrzehnte lang militärisches Sperrgebiet war: erst unter kaiserlicher, dann faschistischer und dann sozialistischer Verwaltung. Nun ist Bug zu einem Teil des Nationalparks "Vorpommmersche Boddenlandschaft" erklärt worden, demnächst werden die Touristen dort einfallen, erklärt der Rezensent. Bevor alle Spuren dieser Geheimgesellschaft, dieser toten Zone getilgt sind, empfiehlt Heimberger die Geschichte der militärischen Enklave bei Schmidt nachzulesen, von der nämlich bislang kein Geschichtsbuch Kenntnis genommen habe.
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