Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2003
Sehr ambivalent war das Verhältnis zwischen Heidegger und dem katholischen Religionswissenschaftler Max Müller, erklärt der Rezensent. Der Universitätsrektor Heidegger hatte Müller zwar ein miserables Habilitationsgutachten geschrieben, hielt ihn aber für eine katholische Professur trotzdem für "in hervorragendem Maße geeignet", wie Lütkehaus schreibt. Nach dem Krieg näherten sich beide einander an, als Müller sich 1945 nach Heideggers Suspendierung für diesen einsetzte. Beide teilten die Abneigung gegen die "Asphalt-Literaten" der Frankfurter Schule, wie Lütkehaus bedauernd bemerkt. Müller hielt Heidegger für einen zwar gespaltenen, aber "tief religiösen Menschen", auch wenn der Philosoph ihm gegenüber unvermindert gegen den katholischen Dogmatismus polemisierte, meint der Rezensent. Diese Widersprüchlichkeit Heideggers zeige auch der Briefwechsel.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…