Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2003
Aphorismen eignen sich hervorragend, um existenzielle Einsichten zum Ausdruck zu bringen, meint Gieri Cavelty. In seinem nunmehr zweiten Aphorismenband "umzingele" der Zürcher Autor die Wahrheit "stetig dichter" und "fortwährend facettenreicher". Gegliedert in sieben Themenbereiche präsentiert Liechti neue und alte Sentenzen, wobei sich die Bereiche manchmal überschneiden, bemerkt der Rezensent. Dadurch kommen Widersprüche auf, deren Spannungsfeld Cavelty jedoch "fruchtbar" findet. Plädiert Liechti einerseits für die "Neubelebung sittlicher Werte", so hält er an anderer Stelle "Stil, selbst im Bösen", für wichtiger als die "Stillosigkeit des Guten". Liechtis Anklänge von positivem Denken überzeugen den Rezensenten dagegen weniger. So klingen ihm Ratschläge wie "Bewahren wir ein paar Hoffnungsschimmer, heben wir sie auf, um später darauf zurückzukommen!" doch zu banal.
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