Volker Braun

Handstreiche

Cover: Handstreiche
Suhrkamp Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783518428498
Gebunden, 91 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Über welche Möglichkeiten verfügt unter den gegenwärtigen Bedingungen ein Schriftsteller zum Eingreifen in den Lauf der Dinge? Ein mit allen literarischen Traditionen vertrauter Volker Braun bedient sich der bewährten Prosaformen, um diesem Zweck näherzukommen: Aphorismen, Dialogfetzen, Zitaten. In seiner Werkstatt entstehen Träume, Rätselhaftes, eigensinnige Wahrheiten, Beobachtungen zum schreibenden und fühlenden Ich und zur Welt. Solche handstreichartigen Überfälle erfolgen in der Schelmenperspektive: Der Schelm gründet sein Denken und Handeln auf den plebejischen Umgang mit den Dingen, ungehobelte Einsprüche, Angriffe und Verteidigungen, Burlesken, Handgriffe, Fingerzeige, Rippenstöße.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.05.2019

Volker Brauns Aphorismen sind für den Rezensenten Michael Opitz Denkübungen und Stützen beim Aufrechtgehen. Als Geschenk betrachtet er Brauns zum 80. des Autors erscheinende Kurztexte auch, weil der unermüdliche Aufklärer und Lustdenker Braun mit wenigen Sätzen durchaus dicke Bretter bohrt. Einlassen muss man sich allerdings, rät Opitz. Dann eröffnen die Texte Räume, die zu begehen, der Rezensent nur wärmstens empfehlen kann, Räume voller Weisheit und Hinweise auf gesellschaftliche Zustände gestern wie heute.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2019

Zu Volker Brauns achtzigstem Geburtstag liegt dieser Band mit Aphorismen, Dialogen und Traumprotokollen vor, freut sich der hier rezensierende Jochen Schimmang, für den Braun spätestens seit dessen "Unvollendeter Geschichte" der "wiedergeborene Kleist" ist. "Hoffnung und Bitterkeit" über die Wendezeit erkennt der Kritiker in den Sentenzen des Dichters, der hier die Treuhand ebenso wie seine einstige Heimat, die DDR, kritisiert, an den neuen Verhältnissen leidet, diese aber mit äußerster "Sensibilität" beschreibt, staunt der Rezensent. 
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.05.2019

Rezensent Helmut Böttiger würdigt Volker Braun zu seinem achtzigsten Geburtstag mit einer Doppelbesprechung der beiden neuen Suhrkamp-Bände. Dabei freut sich der Kritiker vor allem über den schmalen Band "Handstreiche", der Aphorismen "voll grimmiger Weisheit" des Dichters enthält und Böttiger noch einmal vor Augen führt, wie sehr politisches und literarisches Wirken bei Braun miteinander verbunden sind: "Ich und Staat" waren bei Braun noch nie getrennt, merkt der Rezensent an, dem hier auch immer wieder Brecht und Klopstock als Gewährsmänner des Dichters begegnen. Dass Braun den "aufklärerisch-begrifflichen", "Fantasien freisetzenden" Ton auch in der kurzen Form beherrscht, erkennt der Kritiker hier ebenfalls. Auch den Schriften und Reden enthaltenen Band "Verlagerung des geheimen Punktes" empfiehlt der Kritiker als "instruktiven" Teil der jüngeren, deutschen Literaturgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 06.05.2019

Mit Gewinn liest Cornelia Jentzsch die hier versammelten Notate, Dialoge und Zitate des Dichtres und Essayisten Volker Braun, die der Suhrkamp Verlag zu dessen achtzigsten Geburtstag herausbringt. Braun scheint ihr hochaktuell und konstant mit seiner Forderung nach Humanität als gesellschaftlicher Basis. So scharf, polemisch oder ungehobelt ihr Braun hier entgegentritt, so überfällig kommen ihr seine Fingerzeige vor. Dass der Autor dabei stets sprachsicher, ironisch, selbstkritisch und geistreich vorgeht, macht Jentzsch selbst die Lektüre der modernen Höllenvision erträglich, ja genussreich, die sie in der gleichfalls im Band enthaltenen Erzählung "Die Flut in der Leidsestraat" erlebt.

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