Fremde Münzen aus Indien, Japan oder Arabien strahlen eine verheißungsvolle Anziehungskraft aus. Wie sind sie nach Europa gelangt? Was bedeuten die Aufschriften und Symbole, die sie enthalten? Und wer waren die Menschen, die mit ihnen zu bezahlen pflegten? Martin Mulsow erzählt in diesem kulturhistorischen Essay die Geschichte der Münzforschung und macht damit auf ein frühes Kapitel der Globalisierung aufmerksam. Es ist die Geschichte einer sogenannten intellektuellen Einkreisung Asiens. Eine Gruppe Gelehrter des 17. und frühen 18. Jahrhunderts erkundete den Nahen und Fernen Osten mithilfe dieser Münzprägungen von ihren Lehnstühlen aus: Arabien wurde auf Pappe gebannt, China in Heften verzeichnet, und der Mogulkaiser in Indien wurde durch die Entzifferung verschlungener persischer Inschriften lebendig. Sie prägten die Münzen mit ihrer Forschung und ihren Projektionen noch einmal.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2024
Eine neue Perspektive auf die Globalisierung eröffnet Martin Mulsow mit seinem Buch über das Verhältnis europäischer Herrscher und Intellektueller zu den Münzen fremder Länder, erklärt Rezensent Markus Friedrich. So sei das Studium von Münzen mit der Betrachtung fremder Texte einhergegangen und die "Begeisterung für fremde Münzen" bildete die Basis für das aufkeimende Interesse an fremden Kulturen um 1700, das die Globalisierung begründete, lesen wir. Dabei scheinen, staunt Friedrich, Europas Höfe nur aus Wissensdurst und noch gar nicht aus Herrschaftsansprüchen heraus Intellektuelle mit der Beschäftigung mit dem Fremden zu finanzieren. Das Buch thematisiert weniger die schon bekannten Ränkespiele der europäischen Höfe, lobt Friedrich, und beschäftigt sich stark mit bisher unbekannten Gelehrten und ihrem Münzwissen. Eine lohnenswerte und neue Geschichte über die Anfänge der Globalisierung, schließt Friedrich.
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