Wut und Liebe
Roman

Diogenes Verlag, Zürich 2025
ISBN
9783257073331
Gebunden, 304 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Noah ist ein Künstler Anfang dreißig. Das Gehalt seiner Freundin Camilla reicht knapp für sie beide. Camilla jedoch hat sich mehr vom Leben erhofft, weshalb sie sich von Noah trennt. Es ist eine Kopfentscheidung, doch wann, wenn nicht jetzt, soll sie ihre Zukunft in die Hand nehmen? Um seine verlorene Liebe zurückzugewinnen, ist Noah zu allem bereit. Als eine ältere Dame ihm die Chance bietet, zu einem Vermögen zu kommen, lässt er sich auf den zweifelhaften Deal mit ihr ein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.05.2025
Wieder mal gut geölt und das gewohnte Schema bedienend: So beschreibt Rezensentin Nadine A. Brügger Martin Suters neuen Roman. Dessen Handlung fasst sie folgendermaßen zusammen: Der Maler Noah Bach, frisch getrennt, lernt Betty Hasler kennen, eine etwas ältere Frau, mit der er gemeinsam potentiell lukrative Mordpläne schmiedet. Brügger zufolge reflektiert der Erfolgsautor Suter in seinem neuen Buch seine eigene Methode, etwa wenn ein anderer Maler die Bedeutung eines guten Marketings und einer prägnanten Geschichte für den Erfolg als Künstler erläutert. Jedenfalls zeichnet sich der Rezensentin zufolge auch dieser Suter-Roman durch eine flink vorangetriebene Handlung und eine geschickt am Ende platzierte Überraschung aus. Sowie durch Schweizer Lokalkolorit, das sich etwa in den Lebensläufen der handelnden Figuren offenbart - etwa eines ehemaligen Hippies, der später zum konformistischen Beamten mutierte. Insgesamt scheint Brügger das alles gerne zu lesen, auch wenn Suter hier, wie sie klarstellt, das literarische Rad keineswegs neu erfindet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 26.04.2025
Rezensent Marko Langer würde Martin Suter gerne raten, sich für das nächste Buch etwas mehr Zeit zu nehmen, damit es nicht nur nett dahinplätschert wie diese Geschichte um die Witwe Betty und den erfolglosen Künstler Noah, der von seiner Freundin Camilla verlassen wird. Es werden ziemlich viele Genussmittel konsumiert, erfahren wir, die Protagonisten treffen im Lokal "Die blaue Tulpe" aufeinander, wo sich alles versammelt, das sich in netter Atmosphäre das eigene Leben ein bisschen schöntrinken möchte. Bettys Mann ist gestorben, angeblich durch Überarbeitung in seiner Unternehmensberatung, sodass sie nun den Tod seines Geschäftspartners begehrt: Ein Vorhaben, in dem Noah sie unterstützt, was sich für Langer nicht ganz schlüssig liest. Die Panama Papers spielen ebenso eine Rolle wie eine hübsche Buchhalterin, deren Qualitäten als rein äußerliche von Suter geschildert werden - das findet der Kritiker zwar ganz nett und liest es schnell, aber ein großer Wurf ist das für ihn insgesamt nicht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.04.2025
Bevor Rezensent Bernhard Heckler überhaupt zum neuen Roman kommt, feiert er den Autor Martin Suter erst einmal als Gesamtkunstwerk. Der Autor, der wie kein Zweiter Marketing, Literatur und Selbstinszenierung zu einem schweizerisch-präzisen Produkt verbindet, ist für Heckler das eigentliche Ereignis. Ob Business-Class-Kolumne, VIP-Mitgliedschaften auf der eigenen Website oder Bestseller-Kooperationen mit Promis wie Bastian Schweinsteiger - Suter beherrscht die Spielregeln des Markts mit routinierter Eleganz, staunt der Kritiker. Sein neuer Roman? Fast nebensächlich, "halb Kunstkrimi, halb Kochshow". Natürlich ein Erfolg, natürlich flüssig geschrieben, natürlich mit literarisch temperiertem Ossobuco, huldigt Heckler. Dass der Inhalt dabei gelegentlich seifig wirkt? Geschenkt, meint der Kritiker. Wer so souverän zwischen Hoch- und Unterhaltungskultur tanzt, darf sich ruhig mal selbst zum "Pappaufsteller" im Thalia stilisieren, schließt der berauschte Heckler.