Klappentext
Mit 19 farbigen Abbildungen. Er lebte im chinesischen Fluss Jangtse, war bis zu drei Meter lang und 500 Kilogramm schwer und wurde 2020 für ausgestorben erklärt: der Schwertstör. Zum Verhängnis wurden ihm sein zartes Fleisch und die anhaltende Vernichtung seines Lebensraums. Der Schwertstör war nicht nur aufgrund seiner Größe ein besonderer Fisch - er war auch der einzige Vertreter seiner Gattung, die nun mit ihm als ausgestorben gilt. Die Geschichte vom Verschwinden des Schwertstörs ist nur eine von Tausenden. In den nächsten Jahrzehnten droht weltweit der Verlust von bis zu einer Million Arten. Das Massensterben bedroht unser gesamtes Ökosystem und damit auch uns Menschen. Diese Anthologie versammelt literarische, ebenso humorvolle wie überraschende Beiträge von zwanzig der renommiertesten deutschsprachigen und internationalen Schriftsteller*innen. Sie fragen: Wie lebten bestimmte verschwundene Tiere und Pflanzen? Was verbindet uns heute noch mit ihnen? Was machte sie einzigartig? Und was wurde ihnen zum Verhängnis? Begleitet durch farbige Illustrationen von Barbara Dziadosz gibt "Wir dachten, wir könnten fliegen" den verschwundenen Arten ein Gesicht und holt sie aus der Anonymität in unser Bewusstsein. Mit Beiträgen von: T.C. Boyle, John Burnside, Alex Capus, Daniela Dröscher, Elena Fischer, Charlotte Gneuß, Kim de l'Horizon, John Ironmonger, Helen Macdonald, Katerina Poladjan und Henning Fritsch, Melanie Raabe, Julia Schoch, Katrin Schumacher, Clemens J. Setz, Antje Rávik Strubel, Jackie Thomae, Iida Turpeinen, Caroline Wahl, Iris Wolff. Ausstattung: 19 farbige Abbildungen
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.12.2025
Rezensentin Sylvia Staude blättert in dem von Matthias Jügler herausgegebenen, von Barbara Dziadosz illustrierten Band über ausgestorbene Tiere und Pflanzen und stellt fest: Der Mensch muss aber dumm sein. Dass er Riesenalk, Kaspischen Tiger, Daintree's River Banane und den Brotpalmfarn ausrottete! So fantasieren die im Band versammelten Autoren von John Burnside bis Clemens Setz als Paten der Toten über Begegnungen mit Pyrenäensteinbock und Nebelparder und staunen über die Vergeudungssucht und Arroganz der eigenen Spezies. Hier erstehen sie alle noch einmal auf, Rallen und Olivenbäume, so Staude. Ein winziger Trost.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 14.11.2025
Rezensent Michael Eggers preist die von Matthias Jügler herausgegebene, von Barbara Dziadosz illustrierte "prachtvolle" Anthologie mit Texten von Clemens Setz oder T.C. Boyle über je eine ausgestorbene Tierart. Die Sammlung bietet laut Eggers nicht nur experimentierfreudig fabulierende oder auch faktentreue Prosa, sondern gemahnt den Rezensenten auch an die Dringlichkeit des Themas Artensterben. Die literarischen Porträts der Stellerschen Seekuh und des Schuppenkehlmohos haben es Eggers besonders angetan - sprachspielerische kleine Fabeln und raffinierte Mischungen aus Fakt und Fiktion, findet er.