Grenzziehungen zwischen Religion und Politik sind mit dem modernen Selbstverständnis europäischer Gesellschaften aufs engste verbunden. In jüngster Zeit wurden sie erneut zum Gegenstand leidenschaftlicher Kontroversen. Die Auflösung konfessioneller Milieus, die Individualisierung religiösen Glaubens, vor allem aber die migrationsbedingte Pluralisierung des religiösen Feldes stellt demokratische Gemeinwesen vor eine Reihe neuer Herausforderungen. Dieser Band, der die Ergebnisse einer mehrjährigen deutsch-französischen Forschungskooperation präsentiert, untersucht aus soziologischer Perspektive das Verhältnis von Religion und Politik in nationalen und postnationalen Konstellationen. Voraussetzung für diese gemeinsame Arbeit war eine Verständigung der beteiligten Forscher darüber, ob und inwieweit die klassischen soziologischen Diskurse über Religion vom historischen Verlauf der Staats- und Nationsbildung im späten 19. Jahrhundert geprägt sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2008
Ernst-Wolfgang Böckenförde empfiehlt diesen Band, der aus einem deutsch-französischen Forschungsprojekt entstanden ist und sich mit den Unterschieden von Position und Bedeutung der Religion in Deutschland und Frankreich befasst, als Gewinn. Der Fokus des Forschungsprojekts liege auf soziologischen Fragestellungen und so untersuchten die Beiträge des Bandes Religion vor allem als Teil des "Selbstverständnisses" einer Gesellschaft über ihre moralischen und kulturellen Wurzeln, erklärt der Rezensent einverstanden. In den Beiträgen werde luzide herausgearbeitet, wie sich im historischen Kontext die unterschiedlichen Auffassungen vom Verhältnis von Religion und Staat entwickelt haben, lobt Böckenförde, der das "fachlich hohe Niveau" der einzelnen Beiträge hervorhebt. Als interessante Einzelaspekte greift Böckenförde die Kruzifix- und die Kopftuchdebatten oder den Religionsunterricht in der Schule heraus, und er stellt anerkennend fest, dass es den Autoren gelingt, die "unterschiedlichen Grundlagen" für die in beiden Ländern heftig geführten Debatten präzise darzulegen.
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