Matthias Küntzel

Die Deutschen und der Iran

Geschichte und Gegenwart einer verhängnisvollen Freundschaft
Cover: Die Deutschen und der Iran
wjs verlag, Berlin 2009
ISBN 9783937989525
Gebunden, 320 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Die Zeitbombe tickt. Wird die internationale Staatengemeinschaft den iranischen Griff zur Bombe noch verhindern können? Berlin ist in dieser Auseinandersetzung besonders exponiert: Deutschland wurde gemeinsam mit den fünf Vetomächten des Sicherheitsrats mit den Iran-Verhandlungen betraut und ist besonders verpflichtet, einem Regime, das den Holocaust leugnet und Israel auslöschen will, entgegenzutreten. Gleichzeitig ist die Bundesrepublik bis heute der mit Abstand wichtigste Handelspartner und der bevorzugte Ansprechpartner der Mullahs im Westen. Die besondere Beziehung zwischen Teheran und Berlin ist historisch bedingt, wie Matthias Küntzel anhand einer Fülle bislang unveröffentlichter Dokumente aus Archiven in Washington und Berlin beweist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.12.2009

Das Provokante dieses Buches des Hamburger Politologen Matthias Küntzel entgeht Wolfgang G. Schwanitz natürlich nicht. Wenn der Autor den Albtraum der iranischen Nuklearisierung auf die "Linie der Nazis" herabbricht, wenn er das iranische Gefahrenpotential aus der Mischung aus Hightech und Holocaustleugnung berechnet, so sind das für Schwanitz "starke Thesen". Teilweise findet er sie übertrieben, andererseits aber entdeckt er in der vom Autor recherchierten deutsch-iranischen Geschichte Überraschendes: wie Wilhelm II. den Dschihad befeuerte etwa, oder wie die deutsche Wirtschaft dabei half, Irans Atomprogramm aufzubauen. Für Schwanitz zeigt sich hier das universelle Denken des Autors, das den Band für ihn so spannungsreich macht.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.10.2009

Sehr begrüßen kann Micha Brumlik diese Studie Matthias Küntzels zum deutsch-iranischen Verhältnis, dessen Entwicklung er mit Bauchgrimmen in die Händen des künftigen Außenministers Guido Westerwelle übergehen sieht. Denn wie Küntzel darstellt, muss einem nicht nur das enge Verhältnis suspekt erscheinen, das Deutschland während des Kaiserreichs und des Nationalsozialismus zu Persien pflegte (einige Mullahs, schreibt Brumlik, haben Hitler für den zwölften Imam gehalten). Auch unter den bundesdeutschen Außenministern Klaus Kinkel und selbst Joschka Fischer seien die Wirtschaftskontakte so weit ausgebaut worden, erfährt Brumlik aus dem Buch, dass dem Iran damit womöglich beim Aufbau seines Atomprogramms geholfen wurde - trotz aller Solidaritätsbekundungen gegenüber Israel.

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