Die Studie beschäftigt sich mit der "Erfindung des Kosmos" anhand der populärwissenschaftlichen Publizistik und sowjetischen Science Fiction der Tauwetterzeit. Sie zeigt, wie infolge des ersten Sputnikflugs in populärwissenschaftlichen Zeitschriften sich ein Diskurs entfaltete, der nicht nur Kosmonauten, Weltraumreisen oder die Frage nach intelligentem Leben im All umfasste, sondern auch Kybernetik, Telepathie und "ungelöste Menschheitsrätsel" auf der Erde (wie Atlantis oder den Schneemenschen). Die Wissenschaftliche Fantastik (Science Fiction) jener Jahre entwickelte zeitgleich an den Kosmos gebundene Imaginationen zu "Faszinationsgeschichten" weiter, die sie zu einer der populärsten Literaturgattungen der Sowjetunion machten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2004
Sehr lesenswert findet Martin Lhotzky diese Studie von Matthias Schwartz, die sich mit der sowjetischen Science-fiction und populärwissenschaftlichen Publizistik befasst. Wie er berichtet, führt Schwartz in das Genre der Wissenschaftlichen Phantastik ("Nautschnaja Fantastika, NF") ein, indem er eine Reihe von populärwissenschaftlichen Magazinen mit klingenden Namen wie "Wissen ist Kraft" ("Znanie-sila") oder auch "Wissenschaft und Leben" ("Nauka i Cizn'") analysiert, die in der Sowjetunion offenbar recht beliebt waren. Die NF habe dem Autor zufolge verborgene Anteile der verdrängten Wünsche und Ängste der Stalin-Zeit sichtbar gemacht, "indem sie das Geheimnis in eine andere Welt als Unheimliches transformierte". Schwarz gelinge es, eine Abhängigkeit von äußeren Faktoren wie Ufos, die Suche nach Schneemenschen, Theorien über antike Begegnungen mit Außerirdischen etcetera für wissenschaftliche Forschungen und deren Verarbeitungen in der Phantastischen Literatur plausibel zu machen. Etwas bedauerlich findet Lhotzky nur das Fehlen eines brauchbaren Index' sowie die stellenweise schlampige Arbeit des Lektorats.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…