Wagner führt den Nachweis, wie die Stasi-Akten gezielt zur Delegitimierung der DDR und zur Ausschaltung einzelner Personen eingesetzt wurden. Er bezeugt, wie auf der anderen Seite Akten bereinigt und Karrieren gemacht wurden. Als Zeitzeuge und Historiker setzt er sich mit der noch immer kolportierten These auseinander, die Öffnung der Akten dienen ausschließlich der Aufarbeitung der Vergangenheit. Im Kontext der CDU-Spendenaffäre wurde bekannt, dass sich im Bestand der Behörde auch Abhörprotokolle aller Bonner Spitzenpolitiker befinden. So verständlich die Haltung ist, im Interesse des inneren Friedens endlich die Akten zu schließen und nicht auch noch die Westdeutschen zu denunzieren, so legitim ist auch die Forderung, dass das Recht für alle zu gelten habe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2001
Gunter Holzweißig stellt zunächst einmal klar, dass der Autor unter dem 'Stasi-Syndrom' keineswegs den Überwachungsapparat der DDR versteht, sondern den Umgang mit der Stasi im wiedervereinigten Deutschland. Der Rezensent erinnert daran, dass der Autor 1997 als Stasi-Mitarbeiter enttarnt worden ist, bis 1990 im MfS-Zentralarchiv als amtierender Leiter beschäftigt und später beim Aufbau der Gauck-Behörde beteiligt war. Die daraus resultierenden Detailkenntnisse seien - zumindest für dieses Buch - ein Vorteil, da der Leser dadurch "bisher Unbekanntes" über die DDR-Archive bzw. das MfS-Archiv erfahre. Über den "Plauderton, der zwischen Häme, Sarkasmus und Zynismus variiert", müsse der Leser dabei allerdings hinwegsehen. Ebenso über die "Geltungssucht" sowie den "Groll" des Autors, der MfS-Mitarbeiter zu Unrecht diskriminiert sieht.
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