Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Nachdem Simenon Maigret 1931 zum ersten, 1972 zum letzten Mal auf Verbrechen ansetzt, macht sich hier der Protagonist auf die Suche nach seinem Autor. Er tut dies im Dienste der französischen Regierung, die ihn nach dem Tod des Schriftstellers beauftragt, dessen Leben zu durchleuchten. Simenon soll nämlich zum Aushängeschild der französischen Kultur gemacht werden. Maigret befragt Menschen, die Simenon gut gekannt haben (seine erste Frau Tigy, Berühmtheiten wie Joséphine Baker und Henry Miller, seine ehemaligen Hausmädchen usw.), liest Interviews, FBI-Dossiers und Zeitungsartikel und verfolgt den Lebensweg Simenons. Dabei entsteht ein Bild des außerordentlich produktiven Schriftstellers und Erotomanen mit all seinen Widersprüchen, seinen beruflichen Höhenflügen und privaten Niederlagen.
Die Idee, Kommissar Maigret auf die Spur eines gewissen Georges Simenon anzusetzen, hält Georg Seeßlen für "hübsch", allein, was der Autor draus macht, hat für ihn die Subtilität eines Schulfunktextes. Bei derart zusammengestöpseltem Wissen und stilistischer Simplizität wundert es ihn gar nicht, dass die Übersetzerin im letzten Viertel des Buches die Lust verliert und sich "ein paar ungute Schlampereien" durchgehen lässt. Die Parodie eines Kriminalromans, meint Seeßlen, und ein weiterer Beitrag zum Projekt "Abschaffung des Denkens". Das ist hart.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…