Maurus Reinkowski

Geschichte der Türkei

Von Atatürk bis zur Gegenwart
Cover: Geschichte der Türkei
C.H. Beck Verlag, München 2021
ISBN 9783406774744
Gebunden, 496 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Die auf den Trümmern des Osmanischen Reiches errichtete Republik Türkei hat im Laufe ihrer hundertjährigen Geschichte ihre Identität immer wieder neu definiert: Der von Atatürk forciert laizistisch und europäisch aufgestellte Nationalstaat strebte unter dem Militärregime nach 1980 eine türkisch-islamische Synthese an, sah sich nach 1990 als Führungsmacht aller Turkvölker, um die Jahrtausendwende als künftiges Mitglied der Europäischen Union und sucht heute den Schulterschluss mit der ehemals osmanisch beherrschten arabischen Welt. Maurus Reinkowski erzählt die Geschichte der Türkei am Leitfaden der innen- und außenpolitischen Umschwünge und macht dabei auf meisterhafte Weise die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Spannungen deutlich, die das Land zwischen Orient und Okzident bis heute prägen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 01.11.2021

Absolut überzeugt ist Rezensentin Susanne Güsten von Maurus Reinkowskis "Geschichte der Türkei", die in drei Spannungsbögen ab dem Fall des Osmanischen Reichs bis in die Gegenwart hinein von der Geschichte und den politischen Spannungen der Türkei erzählt. Der Türkeikenner und Historiker positioniert sich hierbei nicht nur mehrmals in seiner Meinung und in seinen Schwerpunkten sehr deutlich, er vermeidet ebenso ausufernde Erklärungen und monotone Aufzählungen von Ereignissen, das gefällt der Rezensentin. Sie bedauert lediglich, dass manche Themen, wie zum Beispiel der Kurden-Konflikt weniger ausführlich behandelt werden als andere, doch Güsten findet Verständnis dafür. Letztendlich empfiehlt sie das Buch sowohl Türkei-Experten als auch -Interessierten.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.10.2021

Rezensent Ingo Arend lobt den historischen Überblick über die Türkei von Maurus Reinkowski. Der Islamwissenschaftler hilft mit seiner geschichtlichen Perspektive, heutige Zustände in der Türkei besser zu verstehen, meint Arend, etwa wo der Konstruktionsfehler in Atatürks Entwurf der Nation liegt oder warum sich Erdogan in eine Tradition des Autoritarismus in seinem Land einordnen lässt. Bedauerlich findet Arend das Fehlen eines Kapitels zur Kulturgeschichte. Die Zukunft des Landes ist für ihn auch eine "Kulturaufgabe".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2021

Rezensent Stefan Plaggenborg versteht die Türkei besser nach der Lektüre von Maurus Reinkowskis Buch. Vor allem eine politische Geschichte der Türkei legt der Autor damit vor, erklärt der Rezensent, Wirtschaft und Kulturgeschichte (ausgenommen Religion) bleiben weitgehend außen vor. Umso brillanter kann der Autor seine Darstellung nuancieren, den Unterschied zwischen säkularer und religiöser Türkei herausarbeiten, Atatürks Reformen und ihre Ambivalenzen einordnen und die politische Gemengelage nach 1960 dem Leser verständlich machen, meint Plaggenborg. Dass der Autor nach alldem noch optimistisch ist für die Zukunft der Türkei, scheint dem Rezensenten bemerkenswert.
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