Dissonanz ist die wahre Geschichte eines austauschbaren Jahres. Der erste Roman des einstigen Spex-Chefredakteurs Max Dax ist ebenso eine Spurensuche nach Verbrechen, die in seinem Namen geschahen, als auch ein Versuch über die Poesie vor und nach Auschwitz. Es wird von unerwiderter Liebe berichtet, von Europa Endlos, von gutem Essen und guter Musik. Doch wer ist der Verfasser und was ist wirklich anno 2009/2010 geschehen? Klar scheint allein: Der Erzähler lebt in einer unbarmherzigen Taktung von Stunden und Tagen, in rhythmisierten Mustern, die wie Risse in der Zeit gemahnen: Die Welt ist eine Erfindung der anderen, und mir kann nichts passieren. Bleibt die Frage der Hyperrealität: Kann die Zukunft in der Gegenwart beschworen werden, oder ist sie vorbestimmt?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.04.2021
Als Zeitkapsel scheint dem Rezensenten Stefan Mesch das Blogbuch von Max Dax gut zu funktionieren: Kaum zu glauben, das kulturaffine Männer vor gerade mal elf Jahren auf De-Cecco Pasta schworen. Andere Einträge befassen sich laut Mesch mit ähnlich wichtigen Dingen, wie: Wo kauft der Ex-Spex-Redakteur, also Ich- Erzähler, seinen Frischfisch? Welche Berühmtheit trifft er zum Interview? Welches Insider-Konzert besucht er? Erstaunlich gestrig, prahlerisch, trostlos und sexistisch findet Mesch das alles. Allerdings auch: nicht austauschbar, nicht humorlos und sprachlich nicht unoriginell.
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