Während einer Lesereise lernt Max Frisch in New York die halb so alte Verlagsangestellte Lynn kennen. Sie verbringen ein Wochenende in Montauk an der Nordspitze von Long Island, aber es ist von Anfang an klar, dass er zwei Tage später zurück nach Europa fliegen wird, um seinen 63. Geburtstag zu feiern. Sie vereinbaren, sich nach dem Abschied weder anzurufen noch zu schreiben. Max Frisch nimmt die Affäre zum Anlass über sein grundsätzliches Verhältnis zu den Frauen in seinem Leben zu reflektieren: Die autobiografische Erzählung über diese Romanze im Mai 1974 teilt Max Frisch in viele einzelne Teile auf, die er mit Erinnerungen, Tagebuchauszügen, Selbstreflexionen und anderem autobiografischen Material zu einer Collage montiert. Besonders interessant sind die Passagen, die aus dem Nähkästchen der Beziehung zu der kapriziösen Ingeborg Bachmann plaudern. Felix von Manteuffels Lesung verleiht Max Frischs lyrischer, glasklarer Sprache den letzten Schliff und zeitlose Strahlkraft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2008
So muss sie sich anhören, eine Hörbuchproduktion. Keinen Zweifel lässt Wolfgang Schneider: Der performative Zugewinn gegenüber dem Buch "Montauk" von Max Frisch ist hier beträchtlich. Dabei hat das "Erzählkunststück" schon viel zu bieten, wie Schneider uns erinnert: Die ganze Nachdenklichkeit und Zeitentiefe eines Spätwerks steckt darin, meint er, wenn Frisch das Alter, die Schriftstellerei und die Liebe (etwa zu Ingeborg Bachmann) reflektiert. Dass der sehr persönliche Text jetzt eine Stimme bekommt, erscheint Schneider folgerichtig, dass diese Stimme Felix von Manteuffel gehört, hält er für einen Glücksfall erster Klasse. Schneider kann Manteuffels Nase fürs Introspektive und sein "feines Spektrum an Ausdrucksmitteln" gar nicht genug loben. Wer wollte schon die Altersmilde plaudern hören?! Viel lieber ist Schneider der konzentrierte, strenge Ton, der Frischs Schonungslosigkeit mit sich selbst, aber auch seiner Ironie und den aphoristischen Qualitäten des Textes, wie er findet, entspricht. Um diesem Sprachkunstwerk zwischendrin nachzuhorchen, hätte Schneider es ganz schön gefunden - das Sahnehäubchen -, wären die Pausen zwischen den Erzählsegmenten deutlicher ausgefallen.
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