"Was bin ich?" lautet die zentrale Frage, auf die Max Frisch (1911-1991) in seinem gesamten schriftstellerischen Werk immer wieder neue Antworten gegeben hat. Seine Texte sind geprägt von der permanenten Suche und dem Entwerfen jeweils neuer Identitäten für unterschiedliche Lebenssituationen. Dies macht sein Werk geradezu zur Lebenshilfe für seine Leser, wie der Göttinger Publizist Heinz Ludwig Arnold - als Freund auch eingeweiht in die Privatsphäre Frischs - anhand des schriftstellerischen Werks sowie von Gesprächsnotizen und Tagebuchauszügen verdeutlicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2002
In dem Max Frisch gewidmeten Heft aus der Reihe "Göttinger Sudelblätter" setzt Heinz Ludwig Arnold seine Erinnerungen an Frisch mit Aussagen des Schriftstellers über Leben und Werk zu einer Collage zusammen, schreibt Rezensent Martin Halter. Viel neues fördert Arnold dabei nicht zu Tage, findet er. Frisch bleibe der schwierige, egomanische "Notwehrschriftsteller", für den Literatur Ausdruck und Fluchtpunkt biografischer Verwandlungen, therapeutische Lebenshilfe und didaktische Verpflichtung war. Halter hebt hervor, dass Frischs Sehnsucht nach "Selbstverwirklichung", seine Suche nach einer "kompromisslosen vitalen und dabei dialog- und gesellschaftsfähigen Identität" anfangs dem Ungenügen an sich selbst entsprang, später einer zunehmend kritischen Haltung zu Vaterland, Kultur und Welt wich. Arnolds Collage, urteilt Halter leicht despektierlich, ist für den Schul- und Hausgebrauch verwendbar, "ohne literaturwissenschaftliche Ansprüche zu unterlaufen".
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