Herausgegeben von Gangolf Hübinger und M. Rainer Lepsius in Zusammenarbeit mit Thomas Gerhards und Sybille Osswald-Bargende. Die Briefe 1903-1905 zeigen Max Weber in seiner neuen Rolle als Heidelberger Privatgelehrter. Im Spannungsfeld von Nationalökonomie und Kulturwissenschaft positioniert er sich durch seine methodologischen Aufsätze. Mit "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" findet er sein großes Thema, und durch den Kauf des "Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik" erhält er ein wichtiges Kommunikations- und Publikationsorgan. Dazu liefern die sorgfältig bearbeiteten und kommentierten Briefe im Zusammenspiel mit der Bandeinleitung die Hintergrundinformationen. Bedeutsame Zeugnisse sind in dieser Zeitspanne die Reisebriefe, in deren Mittelpunkt die dreimonatige Amerikareise steht. Hier begegnet uns Weber als neugieriger und intellektueller Beobachter der Neuen Welt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2016
Mit Spekulationen über die diversen nervösen Zustände Max Webers möchte Rezensent Stefan Breuer sich nicht aufhalten, zu lückenhaft scheinen ihm die Aussagen des Briefeschreibers hierzu. Fruchtbarer findet er die Hinwendung zu Weber als akademischem Lehrer. Dazu erfährt er etwa aus den hier enthaltenen Korrespondenzen mit einigen von Webers Schülern sowie mit seinem Verleger Paul Siebeck einiges. Darüber hinaus tritt ihm Weber in den Reisebriefen aus Schottland, Irland und Südfrankreich als feiner Beobachter mit schriftstellerischem Talent entgegen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.08.2015
Stefan Breuer findet in diesem neuen Band aus dem Briefwechsel Max Webers zwar keine Hinweise auf dessen methodologische Schriften oder die "Die protestantische Ethik", an denen der Soziologe in der Zeit dieser Briefe (1903-1905) arbeitete, allerdings entdeckt er in den Reisebriefen aus Belgien und den USA die Wende Webers von der reinen Schreibtischexistenz zurück zur Welt, zum Interesse an Politik, an Arbeitern und Ausbildungswelten und zu "ethnografischer Neugier". Für Breuer die Voraussetzungen zum Abschluss von Webers Beschäftigung mit dem das Thema Protestantismus und "kapitalistischer Geist". Die Gründlichkeit und Sorgfalt der Edition (der letzten von Rainer Lepsius betreuten) macht den Band wie alle Bände der Weber-Briefausgabe für den Rezensenten zur wichtigen Quelle der Wissenschaftsgeschichte wie der allgemeinen Geschichte.
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