In dieser Familie wurden im Kleinen die Kämpfe ausgetragen, die im Großen nicht stattfinden durften. Hier traf die Ideologie mit dem Leben zusammen. Denn die Überzeugungen waren stark und sie wurden geprägt von einer starken Persönlichkeit, Großvater Leo: Resistance-Kämpfer, Spion, Journalist und Gründervater des antifaschistischen Staates. Widerspruch war entweder zwecklos oder führte zu Zerwürfnissen. Maxims kritischer Vater Wolf, ein radikaler Künstler und Freigeist, liebt Gerhards Tochter Anne trotz ihrer Staatstreue. Und Sohn Maxim steht dazwischen und muss einsehen, dass es gegen "revolutionäre" Eltern kein jugendliches Aufbegehren geben kann. Bis es das Land, das sie aufgebaut und für das sie gekämpft hatten, plötzlich nicht mehr gab und ihr Lebenssinn im Guten wie im Schlechten verschwand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2010
Sabine Brandt ist begeistert. Dem Buch gelingt es ihrer Meinung nach sogar, die Deutschen wiederzuvereinen, der Mauerfall, meint sie, habe das ja nicht geschafft. Nüchterner betrachtet ist Maxim Leos Buch eine weit ausgreifende, eben nicht nur DDR-Familiengeschichte, zugleich ein Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Brandt liest über die Verfolgungen von Familienangehörigen des Autors im Dritten Reich, über sehr durchschnittliche Ansichten, über die Eltern als aufmüpfige Halbstarke und über den DDR-Alltag. Herausragend daran ist für Brandt die uneitle Haltung des Autors, die dem Leser jede Menge Identifikationsmöglichkeiten anbietet, wie sie findet.
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