Ulrike Ackermann

Das Schweigen der Mitte

Wege aus der Polarisierungsfalle
Cover: Das Schweigen der Mitte
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2020
ISBN 9783806240573
Gebunden, 206 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Haben Intellektuelle ihr Deutungsmonopol verloren? Die großen gesellschaftlichen Debatten werden heute nicht mehr aus der politischen Mitte heraus geführt. Sie entzünden sich von den Rändern her und münden in Rechts-Links-Konfrontation. Kapitalismus oder Antikapitalismus, Migration oder Abschottung, Faschismus oder Antifaschismus - Zwischentöne sind selten geworden. Die Stimme der Mitte wird nicht mehr gehört. Ulrike Ackermann plädiert für eine Rückbesinnung auf antitotalitäre und liberale Traditionen. Um unsere Demokratie aus der Krise herauszuführen, müssen wir die politische Mitte neu besetzen und stärken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2020

Rezensent Thomas Thiel lernt von Ulrike Ackermann, wie man ohne Konformitätsdruck und frei von Systemzwängen zur Freiheit gelangt. Von der leeren Mitte, der "Repräsentationslücke" in der Parteipolitik und in der Intellektuellenszene berichtet die Direktorin des John Stuart Mill Instituts laut Thiel und feiert die universellen Werte der Demokratie. Wie die Meinung bei Themen wie Euro, Islam und Flüchtlinge verengt wird, weil die Politik handlungsschwach ist, vermittelt die Autorin dem Rezensenten mit Rekurs auf Streeck und Reckwitz. Auch wenn dabei der Kern des Einheitsdenkens für Thiel nicht wirklich greifbar wird und die Autorin seiner Meinung nach den Einfluss der Ökonomie auf das linksliberale Milieu nicht erkennt, vermag das Buch ihm die Insel Freiheit in einem Ozean von Widersprüchen schmackhaft zu machen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.03.2020

Marko Martin macht sich gemeinsam mit der Politikwissenschaftlerin Ulrike Ackermann auf die Suche nach dem Zivilisierenden in der Gesellschaft. Wie die Autorin Wege aus der Polarisierungsfalle aufzeigt, indem sie nicht ratgeberhaft doziert oder lamentiert, sondern mit weitem Blick und Bogen Phänomene wie Blogs und andere Kollektivierungstendenzen analysiert, findet Martin erkenntnisfördernd. Wenn die Autorin im Gegenzug auf skeptische Intellektuelle wie Pascal Bruckner und Alice Schwarzer verweist, fühlt sich Martin freundlich dazu aufgerufen, mit ihnen ins Gespräch zu treten.

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