Herausgegeben von Stefan Münker, Alexander Roesler und Mike Sandbothe. Es gibt keine Medienphilosophie, zumindest nicht im institutionellen Sinn - und trotzdem kursiert dieser Begriff in den aktuellen Debatten. Was also ist Medienphilosophie? Ist sie eine, vielleicht die neue philosophische Fundamentaldisziplin? Die Beiträge des Bandes setzen sich damit auseinander, was ein grundlagenorientiertes Nachdenken über die Medien innerhalb des akademischen Diskurses leisten kann und soll.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.06.2003
Eine "Umfrage in disziplinierender Absicht" nennt Rezensent Uwe Justus Wenzel den von Stefan Münker, Alexander Roesler und Mike Sandbote herausgegebenen Band, der in zwölf Beiträgen den Begriff "Medienphilosophie" zu klären sucht. Einigkeit konnten Autoren dabei freilich nicht erzielen, hält Wenzel fest. Während etwa für Martin Seel die Medienphilosophie einem nur einen anderen Blick, einen Blick für die Medialität menschlicher Verhältnisse eröffne, aber keinen eigenen Gegenstand für sich reklamieren und mit neuen philosophischen Problemen aufwarten könne, beharren andere Autoren darauf, dass Medienphilosophie ganz neue, ehemals unbekannte philosophische Probleme hervorbringe. Medienphilosophie sollte nach ihrer Auffasung an der Universität gelehrt werden, innerhalb der Philosophie, als Teildisziplin oder gar als "Fundamentaldisziplin". Frank Hartmann meine dagegen, Medienphilosophie sei keine Disziplin, sondern ein - transgressives - "Projekt", und Stefan Münker verstehe sie eher als "Haltung", denn als ein Fach. Wenzel hat bei der Lektüre den Eindruck gewonnen, dass Medienphilosophie auch eine "Chiffre der Sehnsucht des Theoretikers" sei, "nicht nur Theoretiker zu sein".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.02.2003
Da ist eine Gruppe von Kulturwissenschaftlern angetreten, eine neue akademische Disziplin ins Leben zu rufen: die Medienphilosophie. Doch ihre programmatische Suche nach einer gemeinsamen Basis ist gründlich gescheitert, behauptet Frank Böckelmann. Zwölf Beiträge enthält die für ein studentisches Publikum gedachte Taschenbuch-Originalausgabe, und zwölfmal wird der Begriff Medienphilosophie verschieden erfasst, bedauert Böckelmann. Dies ist weder ein zwingender Beweis für die Notwendigkeit zur Gründung dieser Disziplin noch ein Beleg für die Vielfalt des Philosophierens in Deutschland und Österreich, spottet er. Eher sei es ein Beleg für geschicktes Aneinandervorbeireden, wie es die Autoren, die sich von Tagungen her kennen, ohnehin andauernd täten. Überhaupt stört ihn der "selbstverliebte Seminarton", der sich durch viele Beiträge zieht. Ausdrücklich ausgenommen von Böckelmanns Kritik sind nur die "fulminanten" polemischen Beiträge von Lorenz Engell und Frank Hartmann, alle anderen haben laut Böckelmann einigermaßen respektable Arbeitsgrundlagen geliefert, durch die sich das interessierte Publikum durchbeißen muss.
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