Karl Blessing Verlag, München 2026
ISBN
9783896677839 Gebunden, 400 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Als Ingenieurin in der Automobilindustrie arbeitet Cleo in einer Männerdomäne - und am offenen Herzen der strauchelnden deutschen Wirtschaft. Ihr Team soll die Entwicklung eines Elektromodells vorantreiben, doch getrieben werden sie vor allem vom Speiseplan der Kantine. Cleo glaubt nicht an Konventionen oder an Arbeit am Wochenende und auch nicht daran, als Frau in der Technik irgendetwas repräsentieren zu müssen. Doch dann tritt sie in eine Konkurrenzsituation mit ihrem Kollegen Martin, aus der sich eine beidseitige Obsession entwickelt. Für Cleo geht es nicht nur um ihre berufliche Zukunft, sondern auch darum, sich nicht von einem Mann ausbooten zu lassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2026
Einen Roman aus der "Innenperspektive eines deutschen Automobilkonzerns" legt Mercedes Spannagel dem Kritiker Oliver Jungen vor, der sich schonmal über dieses "überzeugende, hochinteressante Setting" freut. Ein mehrschichtiges Panorama der Krise fächert die Autorin hier auf, findet Jungen: Nicht nur der von der Konkurrenz bedrohten Autoindustrie erzählt die Autorin, sondern gleichzeitig von einem Gender-Machtkampf zwischen Protagonistin Cleo und Martin. Cleo muss sich als Frau in der Branche allerhand Sexismus von ihren Kollegen gefallen lassen und begehrt mehr und mehr dagegen auf, lesen wir. Als nun eine Stelle im "geheimen Chinaprojekt" der Firma ausgeschrieben wird, begibt sich Cleo in einen harten Konkurrenzkampf mit Martin, geprägt von der "Erotik der Macht". Das ganze ist ziemlich sexuell konnotiert, so der Kritiker, es wird viel masturbiert. Jungen fühlt sich ein wenig an die Bücher von Mareike Fallwickl erinnert, hier gibt es aber mehr "Sarkasmus, Drastik und grotesken Witz". Das alles kann Jungen überzeugen, gleichzeitig beklagt er die eher flache Figurenzeichnung und stilistische Schnitzer - da geht noch mehr, so das Fazit.
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