Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee. Seoul, Gegenwart: Ein perfider Serienmörder hat die Stadt monatelang in Atem gehalten. Jetzt ist Lee Byongdo, der Killer mit dem zarten Gesicht, gefasst worden und wird in einer Psychiatrie verwahrt. Doch Lee schweigt. Es gibt nur einen Menschen, mit dem er bereit ist zu reden: mit der jungen Psychologin Sonkyong. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sie ihm bei jedem Besuch einen saftigen roten Apfel mitbringt. Niemand weiß, warum er Sonkyong gewählt hat, denn beide sind sich nie begegnet. Die junge Frau willigt in das Treffen ein - ohne zu ahnen, dass sie damit einen Weg beschreitet, der sie in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele führt ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2020
K-Crime ist das nächste große Ding, weiß Rezensentin Katrin Doerksen und ist entsprechend positiv eingestellt auf den Roman der koranischen Autorin Mi-Ae Seo. "Der rote Apfel" wartet mit jeder Menge Referenzen an Thomas Harris' Psychothriller "Das Schweigen der Lämmer" auf, auch er erzählt von einer jungen Psychologin, die einen Serienmörder im Gefängnis besucht, um eine Charakterstudie zu erstellen. Sprachlich ist das nicht doll, räumt Doerksen ein, aber die psychologischen Kenntnisse und die bösen Einfälle der Autorin lassen sie fasziniert in den dunklen Tiefen der Romanfiguren versinken.
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