Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2000
Horst Günther bemüht sich in seiner eingehenden Besprechung, zunächst das Positive der Untersuchung herauszustreichen, bevor er seiner ganzen Enttäuschung Luft macht. So lobt er die gründliche Einarbeitung Brunners in die Dante-Debatte, die Ende des 16. Jahrhunderts in Florenz stattfand. Die Interpretationen der einzelnen Abbildungen und ihre Zuordnung zu den entsprechenden Passagen der literarischen Vorlage seien "scharfsinnig durchgeführt" und die ikonografischen sowie kunsthistorischen Einblicke produktiv. Was dem Rezensenten jedoch fehlt, ist eine eigenständige Würdigung der Illustrationen durch den Autor und eine Beleuchtung ihrer geistesgeschichtlichen Voraussetzungen. Er wundert sich über die Zurückhaltung Brunners, den eigentümlichen Kontrast zwischen der Qualität der meisten Abbildungen und Dantes Werk zu bemerken. Günther hätte sich eine eigene Zusammenfassung zu den Illustrationen vom Autor gewünscht, obwohl ihm bekannt ist, dass andere Kunsthistoriker schon darüber geschrieben hätten. Auch das Fehlen von Erklärungen zu Zuccaris Kommentarnotizen, dessen Werk mit 88 Abbildungen den Hauptteil des Buches bilden, bedauert er. Richtig erbost ist der Rezensent auch darüber, dass mit "Vasaris Ausrutscher" kein "anständiges Bild" auf den Buchumschlag gekommen sei.
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