Hildegard Wiegel (Hg.)

Italiensehnsucht

Kunsthistorische Aspekte eines Topos
Cover: Italiensehnsucht
Deutscher Kunstverlag, München 2004
ISBN 9783422064478
Paperback, 232 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Die frühe Sekundärliteratur Jakob Burckhardts und John Ruskins beschäftigte sich bereits mit verschiedenen Rezeptionsperspektiven dieses Phänomens, deren Wurzeln in der Grand Tour seit dem 17. Jahrhundert liegen. Im Zeitalter des Klassizismus erfaßte die Italiensehnsucht ganz Europa und einer ausgewählten Intelligenzia und demographischen Elite war es möglich, das Land ihrer Sehnsucht mit seinen vielfältigen Kulturlandschaften persönlich in Augenschein zu nehmen. Der allgemeinen Begeisterung standen jedoch auch bald Künstler und Gelehrte wie Johann Gottfried Herder, der sich in Italien nie sehr »behäglich« befunden hatte, kritisch gegenüber. Im vorliegenden Sammelband beleuchten einige Fallbeispiele schlaglichtartig einzelne Aspekte des Topos Italiensehnsucht im 18. und 19. Jahrhundert, ohne daß eine kunsthistorische Gesamtdarstellung angestrebt wird. Stattdessen bieten die Beiträge vertiefende Analysen, die zu einem noch nicht abgeschlossenen wissenschaftlichen Diskurs beitragen können.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2005

Die Beiträge in dem von Hildegard Wiegel herausgegebenen kunsthistorischen Sammelband zur Italiensehnsucht deutscher Künstler konzentrieren sich die Beiträge insbesondere auf die häufig nicht beachtete Periode des 18. und 19. Jahrhunderts, wie Rezensent Michael Thimann feststellt. Während der erste Teil des Buches die historischen Bedingungen von Reisen durch Italien im 18. Jahrhundert schildert, wird im Folgenden der Einfluss Italiens auf deutsche Künstler untersucht. Frank Büttners Analyse der Umrissstiche von John Flaxman zu Dantes "Göttlicher Komödie" lobt der Rezensent wegen des "überraschenden Nachweises", dass Flaxman seinen Umrissstil erst im Laufe der Arbeit an den Stichen entwickelt hat. Schließlich erwähnt der Rezensent noch Elisabeth Schröders Beitrag zur "Italienkritik" der Goethezeit, sowie Werner Buschs Untersuchung der "Italienverweigerung" als "Topos" in der frühen Neuzeit. Auch ohne explizite Lobensworte wird in Thimanns Kritik dennoch deutlich, dass er diesen Sammelband mit Interesse gelesen hat
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