Michael Cunningham

Helle Tage

Roman
Cover: Helle Tage
Luchterhand Literaturverlag, München 2006
ISBN 9783630872254
Gebunden, 381 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Georg Schmidt. Eine Hommage an eine der großartigsten und unverwüstlichsten Städte der Welt: New York City. Michael Cunningham erzählt drei Geschichten aus drei Jahrhunderten, die auf raffinierte Weise miteinander verflochten sind. Ein kunstvoller, spannender und ungewöhnlicher Roman über Trauer, Verlust und den unverbrüchlichen Lebensmut, der die Menschen dieser Stadt seit jeher prägt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.05.2006

Streckenweise gut gespielt, aber doch verloren, meint Rezensent Jürgen Brocan. Vor allem hätte der Roman gekürzt werden müssen, auf viele blasse Dialoge und Science-Fiction-Szenerien könne man hier gut verzichten. Gelungen sei Michael Cunningham hingegen die motivische Verschränkung seiner in drei verschiedenen Zeiten spielenden Kapitel. Wie schon im Roman "Die Stunden" mit Virginia Woolf so verwende der Autor dieses Mal die Lyrik von Walt Whitman als Verbindungsglied. Die Figuren aller drei Geschichten sind allesamt Ausgestoßene der Gesellschaft und in ihren trostlosen Beziehungen liege die große Stärke des Romans. Cunningham schaffe hier eine "wunderbare Schwebe" aus klischeeartigen und dann irgendwie doch wieder aufrichtigen Episoden. Besonders bemerkenswert erscheint dem Rezensenten das Liebespaar Simon und Katarina in der letzten Erzählung, die in der Zukunft spielt. Er ist halb Mensch halb Roboter, sie ein reptilienartiges Wesen von einem anderen Planeten mit Integrationsschwierigkeiten auf der Erde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2006

Michael Cunningham wäre wohl gern Zauberer geworden, weshalb er wohl das Schreiben öfter mal mit dem Zaubern verwechselt und sich jede Menge Tricks ausdenkt, mosert Rezensent Georg Diez. Bei "Helle Tage" hätten die Tricks - anders als bei "Die Stunden", seiner Virginia-Woolf-Anverwandlung - nicht funktioniert, obwohl er wieder mit drei Zeitebenen arbeite und Walt Whitman als poetischer Garant herhalten muss. Der Roman spielt diesmal in New York und geht einmal 150 Jahre zurück, ins Maschinenzeitalter, und einmal 150 Jahre in die Zukunft, nachdem eine Nuklearkatastrophe stattgefunden hat. Im Grunde ist diese lyrische Inszenierung des Weltenendes aber "furchtbar kitschig", meint Diez.
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