Michael Eberth folgt 1990 dem Ruf Thomas Langhoffs als Chefdramaturg an das Berliner Deutsche Theater, das ehemalige Staatstheater der DDR. Langhoff, mit dem Eberth eine langjährige Arbeitsbeziehung verbindet, will einen Westdramaturgen an seinem Theater haben. Eberth ist gespannt auf das Neue - und stößt auf ihm menschlich, organisatorisch und vor allem künstlerisch fremde Strukturen, die ihn an den Rand der Verzweiflung treiben. Eberths Tagebücher sind Dokument eines Verständigungsversuchs am Rande des Scheiterns, sind theatergeschichtliches Zeitzeugnis, geben teils haarsträubende Einblicke hinter die Kulissen des von Eitelkeiten und Wahn durchdrungenen Kunst- und Politikbetriebs der neuen Hauptstadt - und sind leidenschaftliches Plädoyer für eine alte und vermeintlich unzeitgemäße Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2015
Kurz nach dem Mauerfall wurden zahlreiche Theater-Posten neu vergeben und der erfolgreiche Regisseur Michael Eberth kam als Chefdramaturg ans Deutsche Theater in Berlin, berichtet Irene Bazinger. Mit "Einheit" ist jetzt das Tagebuch Eberths aus seiner Zeit im "Biotop DT" erschienen, freut sich die Rezensentin, die gespannt den Auseinandersetzungen zwischen Ost- und Westmitgliedern des Ensembles und den Intrigen in der Führungsebene folgt, die den Intendanten Thomas Langhoff zum "King of Berlin" machten und Eberth letztendlich zur Aufgabe zwangen.
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