Dirk Baecker

Form und Formen der Kommunikation

Cover: Form und Formen der Kommunikation
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783518584392
Gebunden, 284 Seiten, 22,80 EUR

Klappentext

Der Kommunikationsbegriff gehört zu den wichtigsten Errungenschaften der Wissenschaften des 20. Jahrhunderts. Er tritt an die Stelle, die bis ins 19. Jahrhundert der Kausalitätsbegriff besetzt hatte. Dank des Begriffs der Kommunikation können soziale Verhältnisse zwischen Menschen, Tieren und vielleicht bald auch Maschinen beschrieben werden. Dirk Baecker zeichnet die Entwicklung dieses Kommunikationsbegriffs von Platons Sophistes bis zu Claude E. Shannons mathematischer Kommunikationstheorie nach. Dabei zeigt er, dass Kommunikation nicht, wie es meist geschieht, als Übertragung, sondern als Selektion zu verstehen ist, als wechselseitige Selektion innerhalb eines dadurch eröffneten Raums der Möglichkeiten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.01.2006

Überaus instruktiv erscheint Niels Werber dieser Versuch Dirk Baecker, die systemtheoretische Soziologie mit dem Algorithmus der Medium-Form-Unterscheidung zu reformulieren. Jeder, der die Komplexität der Systemtheorie und ihrer kybernetischen, konstruktivistischen, kommunikations- und evolutionstheoretischen, neuro-, kultur- und medienwissenschaftlichen oder organisationssoziologischen Verästelungen kenne, versichert Werber, werde dies zu schätzen wissen. Luhmann folgend betrachte Baecker Kommunikation als elementare Einheit der Gesellschaft, die er als Form deute. So lasse sich die Gesellschaft in all ihrer Komplexität als Funktion dieser Operation abbilden. Werber beschreibt in seiner Besprechung recht anschaulich, was dies konkret bedeutet. Insgesamt liest er das Buch als eine Versuch, die Gesellschaftstheorie "tiefer" zu legen und auf eine Grundlage mit wenigen Axiomen und Operatoren zu stellen. "Dass es Baecker gelingt, dies mit zum Teil verblüffend einfachen und evidenten Beispielen vorzuführen", resümiert er, "macht das Buch für alle, die an Form Interesse haben, lesenswert".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.12.2005

Rüdiger Zill erbleicht vor dem "großen Theorieentwurf", den Dirk Baecker in seiner systematisch ansetzenden Studie über "Form und Formen der Kommunikation" hier vorlegt. Aus dem Blickwinkel von Niklas Luhmann heraus untersuche Baecker nicht nur, was unter Kommunikation überhaupt zu verstehen ist, sondern auch, wie sie in ihren spezifisch soziologischen Kontexten funktioniert, welche Rolle sie in den Sinnfunktionen System, Person, Medium, Netzwerk und Evolution spielt, und auch, wie sie sich gestalten lässt. Im Mittelpunkt des Buches sieht Zill die vier sozialen Formen der Kommunikation: Interaktion, Organisation, Protestbewegungen und die Gesellschaft selbst. Ihm erscheint das Buch reichlich theoretisch und abstrakt. Er hebt Baeckers Orientierung an mathematischen Kommunikationstheorien hervor. Dabei lobt er einerseits, dass das Buch trotz des hohen Abstraktionsniveaus reich an "klugen" und "witzigen" Bemerkungen ist, moniert aber andererseits, dass Baeckers Formeln oft auf "merkwürdige Weise ornamental" bleiben.

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