Dominique Manotti

Madoffs Traum

Novelle
Cover: Madoffs Traum
Argument Verlag, Hamburg 2014
ISBN 9783867544016
Gebunden, 64 Seiten, 8,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Iris Konopik. Dies ist die Erzählung des US-amerikanischen Wirtschaftsverbrechers Bernard Madoff, der bei einer Fehl spekulation etliche Prominente um Millionen brachte und dafür zu 150 Jahren Haft verurteilt wurde. Bernie Madoff betrachtet sich als Pionier der New Economy. Vom Gefängnis aus blickt er zurück, erzählt unbefangen von seinen Überzeugungen und seinem Werdegang. Wir begegnen hier einem der berüchtigten "Wall Street-Wölfe", erhalten Einblick in seine Denkweise, seine Abenteuerlust, seine Erfolge und die durch Reagans wirtschaftliche Freibriefe in den 1980er Jahren kräftig geschürte Goldgräberstimmung in der amerikanischen Bankerszene. Madoff, von der US-Presse zum Monster erklärt und 2009 vor Gericht schuldig gesprochen, sieht sich keineswegs als Übeltäter. Er ist vielmehr überzeugt, Opfer einer Hexenverbrennung geworden zu sein: Das System sucht sich einen Sündenbock, damit dann alles so weitergehen kann wie bisher.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 23.08.2014

In seiner Abscheu enorm fasziniert ist Rezensent Elmar Krekeler von diesem Bernard Madoff, einem Wall-Street-Spekulanten, der 2009 zu einer Haftstrafe von 150 Jahren verurteilt wurde und nun von Dominique Manotti als Gefängnisinsasse porträtiert wird, der sich in sein früheres Leben zurück träumt. Manotti, ein Meister des linken Kriminalromans, entschuldigt nichts, klagt aber auch - trotz gehörigem Zorn über den Börsenirrsinn - nicht an, auch hat er keine Satire verfasst, erklärt Krekeler. Vielmehr erzählt er vom "kontrollierten Aufstieg in unkontrollierte, unkontrollierbare Zeiten" eines Mannes, der eigentlich nur das tat, was unter Bedingungen des amerikanischen Börsen-Kapitalismus Usus ist, der sich im Zuge des Erfolgs allerdings zu einem Verbrechen hat hinreißen lassen, für das er, wie Krekeler dick unterstreicht, zu Recht eingebuchtet wurde. Die Härte der Strafe kann sich der Rezensent unterdessen nur damit erklären, dass Madoff eben die Reichen statt der Armen geschröpft hatte. Und eigentlich, so das gallig-lakonische Fazit des Rezensenten, hat er es nicht verdient, hinter den schwedischen Gardinen auf die Gesellschaft seiner Berufskollegen verzichten zu müssen.

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