Michael Maar

Leoparden im Tempel

Portraits großer Schriftsteller
Cover: Leoparden im Tempel
Rowohlt Verlag, Hamburg 2023
ISBN 9783498003982
Gebunden, 144 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Jedes große Werk der Literatur birgt Rätsel und Geheimnisse, und nicht selten findet sich der Schlüssel zur Lösung genau an jenem Punkt, an dem sich Leben und Schreiben ihrer Schöpfer berühren. In zwölf Porträts, von Hans Christian Andersen bis hin zu Jorge Luis Borges, spürt Michael Maar diese sensiblen Punkte auf - und stößt dort auf ganz Unerwartetes, manchmal Erheiterndes, aber ebenso auf innere Spannungen und Abgründe. Was bedeutete es für diese Schriftsteller, die allesamt auch Getriebene waren, wenn, wie es bei Kafka so bild- wie rätselhaft heißt, "die Leoparden in den Tempel einbrechen und die Opferkrüge leersaufen"? Wer wissen will, wie eng Thomas Mann mit dem Teufel verbandelt war, warum Marcel Proust kein Neujahrsgeschenk duldete, warum Virginia Woolf unterm Einfluss zweier Monde stand und Nabokovs Lolita Jungentracht trägt, woran Kafkas Käfer krepierte und was Robert Musil mit dem Giftzwerg Canetti verband: Herzlich willkommen. Ein Streifzug durch die Weltliteratur, mit feiner Ironie und reich an überraschenden Einsichten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.12.2023

Rezensent Hilmar Klute schätzt sie sehr, die Leichtigkeit und Eleganz, mit der Michael Maar sich den Großen der Weltliteratur nähert. Entsprechend erfreut stürzt sich der Kritiker auf diese Sammlung mit Schriftsteller-Porträts, die bereits in Zeitungen und Werkapparaten erschienen waren. Gemeinsam mit Maar blickt der Rezensent hier hinab in die menschlichen Niederungen der großen Geister: Wir lesen vom Zwangscharakter Robert Musils, der nicht nur die täglich gerauchten Zigaretten, sondern auch die auf Wiener Spaziergängen passierten Fenster zählte, von Elias Canetti, ein "Alberich im Zwischenmenschlichen", dessen Egomanie Frauen gegenüber wahnhafte Züge hatte oder von Kafka, der vielleicht weniger am Vater und den Frauen litt als am "Kreisen um die Ursünde", wie Maar darlegt. Das liest der Kritiker gern, weil weil Maars Mutmaßungen immer von einer Hochachtung für die künstlerische Leistung der Autoren unterlegt sind und zugleich ungewöhnlich plausibel, so Klute, der kaum einen Autor kennt, der sich so sicher, "sublim" und hingebungsvoll in den großen Werken der Weltliteratur bewegt.

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