Wiener Kaffeehäuser, Sigmund Freuds Couch, Schriftsteller wie Franz Kafka, Robert Musil und Joseph Roth; Kaiser, Könige und Vampire - Richard Wagner führt den Leser durch die Seelenlandschaft Mitteleuropas. Eine fiktive Bibliothek, ein Bibliothekar, der zur Besichtigung einer untergegangenen Welt bittet, die immerhin fünf Jahrhunderte überdauerte und auch heute nichts von ihrer Strahlkraft verloren hat: Wer der Einladung folgt, stößt auf historische und literarische Fundstücke, die ein vielstimmiges Bild der Donaumonarchie zeichnen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2014
Als Nachfahre der einst von Maria Theresia ins Land gerufenen Banater Schwaben ist der rumäniendeutsche Schriftsteller Richard Wagner selbst ein Habsburger, insofern findet Jan Koneffke es durchaus spannend, was Wagner über Habsburg zu sagen hat. Unnötige Abschweifungen, polemische Vereinfachungen und ungerechte Seitenhiebe stoßen dem Rezensenten zwar bisweilen sauer auf, aber die fundierte Analyse und das breite Wissensspektrum des Autors versöhnt ihn sogleich wieder. Was Wagner über den Vorbildcharakter des habsburgischen Reiches für die EU oder die komplexe Rolle der Ukraine für die Region sagt, hat Koneffke doch ordentlich beeindruckt. Alles in Allem ein "durchaus lesenswertes, erkenntnis- und lehrreiches Buch", meint der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.03.2014
Stephan Speicher findet es etwas schade, dass Richard Wagner seine Untersuchung der Donaumonarchie nicht etwas systematischer aufgezogen hat. Die in sich abgeschlossenen, aber nur lose verbundenen Skizzen in "Habsburg" mögen zwar dem "Gegenstand in seiner Buntheit" entsprechen, das allerdings auf Kosten der Analyse, meint Speicher. Dabei findet der Rezensent Wagners Thesen sehr spannend: Habsburg sei inzwischen eine "Chiffre", ein "Markenzeichen der Republik Österreich", und müsse bei jeder Gelegenheit als Beispiel der Völkerverständigung herhalten. Dabei ging man sich eigentlich nur erfolgreich aus dem Weg, lernt Speicher vom Autor. Die nationalen Identitäten mischten sich kaum, erklärt der Rezensent, sie fragmentierten sie nur, ohne jedoch an politische Hierarchien zu rühren. Besonders spannend findet Speicher in diesem Licht den Vergleich zwischen der Donaumonarchie und der EU, den auch Wagner oft heranziehe.
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