Im historischen Rückblick dürfte die Lösung der nicht-westlichen Zivilisationen von den Ordnungsparadigmen der westlichen Moderne und die Rückbesinnung auf die eigenen kulturellen Traditionen zu den bedeutsamsten Entwicklungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts gezählt werden. Für die ostasiatischen Länder sind hierbei die wichtigsten Bezugspunkte die sogenannten `asiatischen Werte`, von denen sich die Länder der Region die Erneuerung ihrer geistigen Identität erhoffen. Das gilt auch für China, wo sich mit der fortschreitenden Erosion des Marxismus-Leninismus die Wiederentdeckung ? und Rehabilitierung ? der eigenen tausendjährigen geistigen Traditionen im vollen Gange befindet. Die geistigen Traditionen im klassischen China, insbesondere die politische Philosophie der chinesischen `Achsenzeit` sind das Thema des vorliegenden Buches. Im Mittelpunkt stehen ihre Anfänge in der frühen Chou-Zeit und die Ausformungen, die sie in den folgenden Jahrhunderten durch Konfuzius, Mo Ti, Yang Chu, Menzius und Lao-tzu erfuhren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2000
In einer sehr gelehrten Rezension, in der Michael Lackner über die Bedeutung des Himmels im vorchristlichen Jahrtausend in China referiert, beurteilt er dieses Buch "besonders für den Nichtsinologen (als) eine brauchbare Einführung". Zwar taugt der Begriff `Himmel` als übergeordnetes "Leitmotiv" wenig, wie er ausführlich nachweist, dennoch bietet seiner Ansicht nach dieser Band eine "gute Orientierung" in das chinesische Denken dieser Zeit - nicht zuletzt, weil es ansonsten wenig deutschsprachige Literatur dazu gibt. Bedauerlich findet Lackner es jedoch, dass der Autor den aktuellen Forschungsstand und die "kritischen chinesischen Standardausgaben" in der Bibliografie nur unzureichend berücksichtigt hat und somit das Buch für Fachleute von nur eingeschränktem Wert ist. Dafür gibt Lackner dann in seiner Rezension selbst ausführlich darüber Auskunft, welche Bedeutung der Himmel in den verschiedenen Dynastien und bei Denkern wie Konfuzius, Menzius, Mo Di und anderen hatte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2000
Ohne sachlichen Fehl und Tadel scheint dem Rezensenten mit dem Kürzel "pap." dieser erste Band einer auf 2 Bände angelegten Gesamtdarstellung. Dennoch werden unterschwellig Vorbehalte deutlich: die theoretische Ausrichtung am politischen Philosophen Eric Voegelin scheint "pap." ein wenig fragwürdig zu finden, zudem lasse es der Autor an genauerer Beschäftigung mit philologischen und erkenntniskritischen Fragen fehlen. Das Buch sei wie eine mit Namen versehene Folie, die man auf ein Landschaftsbild legt: es liefere gesichertes Wissen, und sei zur Orientierung immerhin hilfreich.
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