Michael Pawlik

Der rechtfertigende Notstand

Zugleich ein Beitrag zum Problem strafrechtlicher Solidaritätspflichten
Cover: Der rechtfertigende Notstand
Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783110173642
Gebunden, 365 Seiten, 138,00 EUR

Klappentext

Bereits im vergangenen Jahrhundert begannen die neueren rechtsphilosophischen und strafrechtsdogmatischen Auseinandersetzungen um den rechtfertigenden Notstand. Seitdem ist der Strafrechtswissenschaft bewußt, daß dieses Rechtsinstitut stark irreguläre Züge aufweist. Worin diese Irregularität liegt, macht ein vergleichender Blick auf die Notwehrregelung deutlich. Wer sich in einer Notlage befindet, darf zwangsweise auf Rechtsgüter eines Dritten zugreifen. Notwehr- und Notstandsrecht gestatten das. Die Eingriffsbefugnis erweist beide Regelungen als Ausnahmen vom Grundsatz des staatlichen Gewaltmonopols.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2002

Claus Roxin lobt die Habilitationsschrift zur Legitimation des strafrechtlichen Notstands und seiner Auslegung im Einzelfall insgesamt als "gutes und wichtiges Buch", wobei er darauf hinweist, dass es sich erst um die zweite Veröffentlichung zum Thema seit der Nachkriegszeit handelt. Die Ausführungen des Autors preist er für ihre "klare, eindringliche Sprache" und das "Niveau" seiner Argumentation, und er betont, dass das Buch einen "Gewinn" auch für Nichtjuristen, die sozialphilosophisch interessiert sind, darstellt. Allerdings hat er zwei inhaltliche Einwände gegen die Darlegungen des Autors. Zum einen findet er es grundsätzlich problematisch, wenn Pawlik das Notstandsgesetz an der Philosophie Hegels misst und zu dem Schluss kommt, dass es sich "freiheitstheoretisch" nicht absichern lässt. Auf jeden Fall hätte der Autor dieses Problem "gründlicher thematisieren" sollen, kritisiert Roxin. Zum anderen hat er zu bemängeln, dass Pawlik aus den "wenigen Zeilen" zu dem Thema bei Hegel für "zahllose" Einzelfälle Lösungen abzuleiten versucht. Und trotzdem kommt der Rezensent am Ende zu dem Urteil, dass diese Einwände grundsätzlich den Wert des Buches, das er für seine "Originalität, den Scharfsinn und die Subtilität der Argumente" preist, nicht schmälern und die "künftige Diskussion" zum Thema nur befruchten können.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Florian Illies. Träume aus Feuer - Der Alchemist von der Pfaueninsel. Bastei Lübbe Verlag, 2026.Florian Illies: Träume aus Feuer
Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…