Michael Sommer

Dark Rome

Das geheime Leben der Römer
Cover: Dark Rome
C.H. Beck Verlag, München 2022
ISBN 9783406781445
Gebunden, 288 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Mit Abbildungen. Willkommen auf der dunklen Seite der römischen Geschichte! Hier erwartet Sie eine mal schrille, mal bedrohliche und immer wieder verstörend vertraute Lebenswelt. Es ist eine Welt des Drogenkonsums, perfider Mordanschläge, obskurer Kulte, mysteriöser Staatsaffären, brutaler Bandenkämpfe und bizarrer Obsessionen. In dieser Szene finden Sie keine sittenstrengen Senatoren und Matronen, sondern treffen auf skrupellose Politiker, in allen Künsten bewanderte Prostituierte, nervenstarke Geheimagenten, geniale Waffenkonstrukteure und kaltblütige Giftmischerinnen. Willkommen in - Dark Rome !War Mark Aurel drogensüchtig? Angeblich konsumierte der Philosophenkaiser Opium. Hat Archimedes, der geniale Baumeister aus Syrakus, tatsächlich eine Superwaffe konstruiert? Und tagte gar eine Geheimloge in der unterirdischen Basilika, die Archäologen in Roms Unterwelt entdeckt haben? Diese und viele weitere Rätsel erwarten die Leserinnen und Leser von Dark Rome - einer ebenso wilden wie faktenreich und spannend erzählten Sittengeschichte der römischen Welt. So stößt, wer in den Abgründen des römischen Imperiums schürft, gelegentlich auf Bleitäfelchen: Am richtigen Ort vergraben und mit der richtigen Fluchformel versehen, konnte man mit schwarzer Magie versuchen, unliebsame Zeitgenossen in den Orkus zu schicken. Eilige wählten für solche Anlässe lieber ein Pilzgericht wie beispielsweise Agrippina, die Gattin des Kaisers Claudius, die ihren Gemahl mit seiner Lieblingsspeise zu einem Gott machte (böse Zungen behaupten, er habe es im Jenseits nur zu einer Karriere als Kürbis gebracht ...). In den Dunkelzonen des römischen Reiches begegnet man auch Politikern wie den Statthaltern Albinus und Florus in Ägypten, welche die Provinzbevölkerung nach Strich und Faden ausplünderten. Doch die beiden waren Waisenknaben im Vergleich mit dem notorischen Halsabschneider und Proprätor Verres, der Sizilien zu seiner Pfründe machte und dabei über Leichen ging. Was Mord aus politischen Motiven betrifft, so könnten selbst Despoten unserer Tage noch von den alten Römern lernen. Diese setzten bei Bedarf ihre Gegner - wie es etwa Sulla, Octavian und Marcus Antonius taten - einfach auf sogenannte Proskriptionslisten, so dass jeder die Vogelfreien straffrei töten und sich an ihrem Vermögen gütlich tun konnte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.08.2022

Rezensent Harald Eggebrecht lernt in Michael Sommers "Buch die "Unter- und Schattenwelt" im alten Rom kennen. Der Oldenburger Althistoriker berichtet hier vergnügt und neugierig von Gangstern, Prostitution, Gewalt, Mord und anderen Abgründen, in die auch bekannte Namen wie Ovid, Catull oder Vergil verwickelt waren, erklärt Eggebrecht. Die alten Quellen, die er als Belege verwendet, dienen dem Rezensenten zufolge geschickt als "Informationsmaterial für krude Sensationen", und dem Autor gelingt es dennoch, sie nicht zu verklären oder mystifizieren. Eggebrecht gefällt der Schwung des Buches, dasbestehende Vorstellungen herausfordert und Rom genauso schillern lässt, wie die Metropolen in diesem Zeitalter, schließt der Rezensent.



Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2022

Rezensent Clemens Klünemann rümpft immer wieder die Nase angesichts all der Unappetitlichkeiten und Skandale, die der Althistoriker Michael Sommer in seiner Geschichte des verborgenen Lebens der Römer mit einer gewissen Leidenschaft ausführt. Anstelle des genüßlichen Schwelgens in der Schlüsselochperspektive auf Meuchelmord, Korruption und schwarze Magie hätte sich der Rezensent mitunter mehr Sorgfalt bei den Schlussfolgerungen gewünscht. Und eine Antwort auf die sich ihm beim Lesen aufdrängende Frage, was derlei "allzumenschliche Schwächen" mit dem Untergang Roms zu tun haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2022

Rezensent Uwe Walter lernt mit dem Buch des Althistorikers Michael Sommer die römische Antike als Zukunftslabor kennen und Kaiser Claudius als Womanizer. Inwieweit Politik und Privates im alten Rom eben nicht getrennt waren, wie die herkömmliche Annahme vermuten lässt, sondern durch allerhand klandestine Maßnahmen wie Sanktionen gegen Kulte oder Insinuation miteinander verbunden, zeigt Sommer laut Rezensent mit großer Belesenheit in anschaulichen, kurzen Kapiteln. Überzeugend findet Walter nicht zuletzt, wie der Autor mittels der Historischen Anthropologie das Handeln der Eliten erläutert, Sexualität und sozialen Raum, Chiffriertechniken und Fluchtafeln. Gut auch, dass die Antike dabei nicht vereinfacht wird, im Gegenteil, findet Walter.
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