Ein leidenschaftlicher Appell gegen den Rechtsruck in Europa. Am 10. Dezember 1989 betritt Michal Hvorecky zum ersten Mal die "freie Welt". Jahrzehnte später droht ihm eine fünfjährige Haftstrafe, weil er die Kulturministerin seiner Heimat kritisiert hat. Mit Gespür für die feinen Risse in der Gesellschaft verwebt Hvorecky in seinem ersten Sachbuch seine persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen mit einer scharfen Analyse der politischen Gegenwart. Ein mutiger Text über die Zerbrechlichkeit der Demokratie, die Kraft der Zivilgesellschaft, die neuen Dissidenten des 21. Jahrhunderts und die Notwendigkeit, zu widersprechen.Entlang seiner eigenen Geschichte verfolgt Michal Hvorecky den Weg Europas vom Fall des Eisernen Vorhangs bis zur Rückkehr autoritärer Ideologien. Die Euphorie der Samtenen Revolution, der hoffnungsvolle Aufbruch in ein neues Europa und heute: der Kampf gegen ultrarechte Kulturpolitik. Eindringlich zeigt er, dass unser aller Einsatz für die Demokratie zwingend gefordert ist.
Im Interview mit der FAZ erklärt der slowakische Autor Michal Hvorecky, dessen neues Buch "Dissident" gerade erschienen ist, wie sehr sich die Slowakei seit der Samtenen Revolution 1989 verändert hat, wie die Euphorie und Aufbruchsstimmung einer zunehmenden Ängstlichkeit und Polarisierung gewichen ist, die zur Wahl einer rechten Regierung unter Robert Fico führte. Er "spüre auch eine gewisse Müdigkeit in der Kulturszene. Dass viele frustriert sind, weil nach so vielen Aktionen Šimkovičová und ihre Entourage immer noch an der Macht sind. Die Verfassungsänderung im Herbst vergangenen Jahres war ein Bruch, es kam zu einer Spaltung der Opposition. In einer tiefen Krise der Regierungskoalition hat Fico verstanden, dass er mit Kulturkriegen deutlich besser punkten kann als zum Beispiel mit der Lösung der Inflationsproblematik. Als es eigentlich um Angelegenheiten wie Korruption gehen sollte, hat er auf einmal in den Raum geworfen, dass es von nun an nur noch Mann und Frau in der Verfassung geben soll - keine Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und Schluss mit Intersex und Trans. Leider haben Teile der Opposition mitgemacht, namentlich die Christdemokraten." Unser Resümee
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