Aus dem Slowakischen von Mirko Kraetsch. Osteuropa in naher Zukunft. Ein Heer aus Trollen beherrscht das Internet, kommentiert und hetzt. Zwei Freunde entwickeln immer stärkere Zweifel und beschließen, das System von innen heraus zu stören. Dabei geraten sie selbst in die Unkontrollierbarkeit der Netzwelt - und an die Grenzen ihres gegenseitigen Vertrauens.
Die europäische Gemeinschaft ist zerfallen und wurde durch die Festung Europa ersetzt. Ihr gegenüber steht das diktatorisch geführte Reich, in dessen Protektoraten ein ganzes Heer von Internettrollen die öffentliche Meinung lenkt. Einer von ihnen ist der namenlose Held dieser in einer allzu naheliegenden Zukunft angesiedelten Geschichte. Gemeinsam mit seiner Verbündeten Johanna versucht er, das staatliche System der Fehlinformationen von innen heraus zu stören - und wird dabei selbst Opfer eines Shitstorms.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2018
Rezensent Fridtjof Küchemann sucht Erhellendes in Michal Hvoreckys Roman über eine Trolling Agentur, findet aber vor allem grell in Szene Gesetztes aus der Welt der Trolle und jede Menge Zynismus. Wie Wut, Hass und Lüge im Internet und ihre Indienstnahme funktionieren und sich Fake News im einzelnen gestalten, vermittelt der Autor laut Rezensent in schrillen Farben. Wenn der Informationskrieg im Netz die Lebenswirklichkeit der Figuren im Buch bis zur Unkenntlichkeit entstellt und ihnen den Boden, spricht Halt und Haltung unter den Füßen wegzieht, droht auch der Erzählung Wesentliches verloren zu gehen, befürchtet Küchemann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.09.2018
Das wirklich Gruselige an Michal Hvoreckys Sci-Fi-Dystopie ist für Alex Rühle, inwieweit der 2015 verfasste Roman von der Wirklichkeit eingeholt wurde. In den Figuren und Konstellationen im Text erkennt Rühle Despoten und Diktatoren wie Robert Fico und Ceausescu und Putins Russland unschwer wieder. Das vom Autor ausgiebig beschriebene Trollunwesen scheint ihm vor allen in Ländern wie der Slowakei längst traurige Realität zu sein. So klischiert der Text anfangs auf den Rezensenten wirkt, so finster strahlt er laut Rühle schließlich, sobald er am Kern der Handlung angekommen ist.
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