Aus dem Französischen übersetzt, kommentiert und eingerichtet von Christof Weiand. Die Lektüre dieser Verse verspricht mehr als es der voyeuristische Blick in das Atelier eines prominenten Dichters zwischen den Millennien je zu leisten vermöchte. Zu entdecken und hautnah zu erleben gibt es den wunderbaren Michel Butor, geboren 1926, seine lyrischen Dialoge mit der Welt, dem Kosmos und sich selbst, urplötzlich gefangen in einem Universum, wo Schmerz ist, Zweifel und die Trauer der Verlorenen. Oder doch nicht verloren? Die Lektüre der episch sich entfaltenden Gedichte wird zur großen Bilderschau auf medial sich verewigender Leinwand. Und doch ist insgeheim alles aufgerufen, sich selbst zu Grabe zu tragen oder doch noch hereinbrechender Schöpfungsmorgen zu werden. Mit allen Konsequenzen heraufdämmernden Wissens und zehrender Emotionen. Butors neueste Lyrik, entstanden in der gelebten Auseinandersetzung mit dem Tod seiner Liebsten und mit der eigenen Vergänglichkeit, will unsere Welt des Abgrunds verheißungsvoll überschreiten. Auf dass es ein Morgen gebe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2013
Glück für Rezensent Niklas Bender, dass die neuen Gedichte Michel Butors zweisprachig daherkommen. Mit der Übersetzung durch Christof Weiand ist der Rezensent nämlich weniger zufrieden. Zu schwülstig, wo Butor knapp und unprätentiös ist, meint er, außerdem findet er die Zeichensetzung überflüssig, verzichtet der Autor doch auch darauf. Des hochbetagten Autors Agilität spürt Bender indes in beinahe jedem der 37 Texte, in denen es ums Alter geht, um Verlust und Tod, aber auch um Naturzerstörung und soziale Ausgrenzung. Sprachlich kraftvoll erscheint ihm der im Surrealismus und beim Nouveau Roman in die Schule gegangene Butor noch immer.
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